Die Frankfurter Szene Dramatische Bühne in mehreren Akten
Die Verteilung der Rollen
Laiki Kostis:
denkt schlecht gelaunt an die katastrophalen Tageseinnahmen
Anke und Heike Schleper:
peilen aufgeregt, wer alles da ist und mit wem die Schwester rummacht
Florian Malzacher:
wirft sein Bier um, holt ein neues, wirft es wieder um
Bernhard Schreiner:
schläft [Sessel]
Peter Weiss:
regt sie darüber auf, wie schrecklich alles ist
Tom Theiss:
begrüsst Herrn Weiss mit lustigem Winken
Egidius Braan:
steht blöd rum und wirkt genervt
Judith Nopper:
lächelt selig [entrückt]
Julia Mantel:
schläft [Bank]
Christian Schröder:
verheddert sich bei der Umsetzung des Plans, eine Frau abzuschleppen
Julia Pluntke:
sagt "Schwanz" [mehrmals]
Andreas Kallfelz:
Wirkt erst interessiert, ist dann aber plötzlich weg
Thomas Orban:
hat für jeden ein total merkwürdiges Gespräch im Repertoire
Mario Brucculeri:
sitzt an der Theke und weiss wieder mal nicht, wo er sich befindet
Tim Wiengarten:
benimmt sich albern, bis ihn seine Mutter abholt
Stefan Beck:
wechselt dreimal den Platz und sucht dann seine Tasche
25.04.2003
Also in diesem Zusammenhang find ich es lustig, dass ich gestern beim Trivial-Persuit-Spielen die Frage gestellt bekommen habe, was denn "Amateur" wörtlich bedeutet. Ich hatte auf Handwerker getippt, es ist aber der Liebhaber/die Liebhaberin. Tine ist also eine Liebhaberin und keine Spezialistin !? Na jedenfalls würde ich mal sagen, dass sich ein Spezialist nie zu erkennen gibt. Wäre ja auch irgendwie langweilig, wenn dann auch plötzlich Nicht-Spezialisten auf der Party und in der Location auftauchen. Dann wären die Spezialisten nicht mehr unter sich, Nicht-Spezialisten könnten anderen von der Party/Location berichten und plötzlich hat man nichts mehr, was einen zum Spezialisten macht ! Das geht doch nicht ! Dabei stellt sich nun aber auch irgendwie die Frage, ob es den Spezialisten vielleicht sympathisch macht, weil er mit seinem Wissen nicht hausieren will und nicht versucht damit Frauen ins Bett zu bekommen (womit wir wieder beim Amateur wären) oder ob er eher eine unsympathische Erscheinung ist, weil er anderen nicht an dem Glück einer guten Party/Location teilhaben lässt !? Wie auch immer. Ich bin jedenfalls kein Spezialist um das zu berurteilen, und was Frankfurt und Offenbach anbelangt schon gar nicht. Aber wenn du mal wissen willst, was in Rüsselsheim los ist, kannst du dich gerne an mich oder Herrn Heil wenden. Ob wir dir aber was mitteilen werden ist dann eine andere Frage (in Rüsselsheim gibt's jedenfalls keine Hochhäuser).
24.04.2003
also, nur mal so rein spekulativ: man stelle sich vor, dass eine person "a" einer zweiten person "b" von ganz tollen, im verborgenen stattfindenden parties vorgeschwärmt hätte. person "a" wäre aber (wie stets) eigentlich nicht aus frankfurt, also zugezogen und kenne sich nicht in der stadt aus, werde immer von freunden mitgenommen und hätte deshalb noch nicht mal so richtig ahnung in welchen stadtteil diese parties stattfänden.
er wüsste wohl in etwa den ort zu beschreiben, aber das wäre es dann auch schon. wie bekäme man nun raus, wo und was das sein sollte? da geheim, dürfte ma ja nix verraten, z.b. "a" späche von "hochhaus" und "schrottiger stadtteil". vielleicht wüsste dann schon einer hier, was gemeint sein könnte, aber vielleicht wär das auch schon zuviel info. gäbe es eine diskrete lösung für ein solches aus purer langeweile erdachtes problemkonstrukt? (ich befürchte ja stets, dass solche geheimen orte einfach irgend etwas sind, was hinlängst allgemein bekannt ist, nur so manch zarte seele vom land empfindet das wegen des mangels an partieorten in der heimat als furchtbar spektakulär. aber was, wenn nicht?)
24.04.2003
Achtung: Man munkelt, dass die Veranstaltung ihren ökonomischen Break-even bei 1.500 zahlenden Gästen erreicht. Daher lässt sich vermuten, dass die räumliche Grösse der Veranstaltung dementsprechend ausgelegt ist. Wer jetzt also ein lauschiges Szene-Plätzchen erwartet, wird sich mit der Realität konfrontiert sehen, dass er es mit Partystuten wie Ardi Goldmann und etwa 1.349 weiteren Fisch-sucht-Fahrad-Fratzen zu teilen hat.
24.04.2003
Das Einfachste ist man geht zunächst zu einer angekündigten Party wie z.B. im Palais Thurn und Taxis und kriegt dort von gewissen "Insidern", die natürlich gleich wissen wen sie ansprechen können, die entsprechenden "Underground"-Infos. Spione werden spaßeshalber einfach ins "U" oder ins "Halli-Galli" geschickt (auch eine Art von "Underground"). ein spezialist wäre in diesem fall einer, der schon beim wort "katakombenparties" mit den schultern zuckt und lässig antwortet: "klar, babe, natürlich weiss ich, was da läuft!" weil er nämlich immer den überblick hat, wo dinge am laufen sind. diese eigenschaft muss ihn nicht besonders symphatisch machen, aber schön wärs, wenn der informationsfindung dienlich ist. ein spezialist ist nicht, der die antwort einer frage dazu nutzt, ein persönliches "bonmot" unterzubringen. tresurbain ist ein pool quasi selbsternannter spezialisten, die gerne wissen, wo was läuft oder vor jahren gelaufen ist. nur hilft mir das gerade nicht weiter. aber vorhin hat mir eine freundin die tel.nr. dessen zugesteckt, der mir ursprünglich von den parties erzählt hat. ich werd da jetzt mal direkt nachhaken. irgendwie sinds ja dann oft die amateure, die einen im endeffekt dann weiterhelfen können. was glaubst du denn, was mit spezialisten gemeint war? ich geh dann gleich mal aus, wenn du sonst noch fragen hast, dann morgen wieder...
23.04.2003
Ich hatte eigentlich gedacht das U wäre ausreichend.
Klar ist das U ausreichend. Besonders wem 17-jährige auf Pille gefallen, wer gerne 13 Euro Eintritt zahlt, wer gern viel für wenig Getränke zahlt, wer gern in Commerzschuppen feiert,
22.04.2003
Da kommt NOCH einer: Jessica / Central Park / Jessica im Holzgraben. Als es so hiess wie hier von den Jessicas eingezwängt, haben Marcus Bastel und Kollegen mittwochs oder donnerstags schöne Sommerabende vielfältig experimenteller Musik gestaltet, zu denen es als Einstand jedes Mal 100 Liter Freibier gab. Keine Ahnung, woher sie das hatten, womöglich überlagert. Zunächst war man in einer kleinen Gruppe unter sich, seines- und ihresgleichen und den ganzen Abend über besoffen für lau, was mit dem Genuss der derbe vorgetragenen musikalischen Wunderlichkeiten sehr konform ging. Sobald aber nach ca. 3-4 Wochen die Magie der Freigiebigkeit bis ins Schnorrerland ausstrahlte, schlugen in den Central Park Horden von Punks und Autonomen auf mit dem Effekt, dass nunmehr bereits spätestens eine Stunde nach Öffnung alle Gläser vergeben bzw. zu Bruch gegangen waren und mit ihnen das Freibier zur Neige. Weitere ca. 23 Wochen später war der Spuk vorbei. Kurz und exzessiv.
Ja Uno is richtig! Aber erinnert sich noch jemand an das "No Name" in der gegenüber liegenden Passage vom Hugendubel, da wo man so gut asiatisch essen kann. Da gib es nämlich noch eine Kellerdisko zu vermieten, in der der legendäre Technoclub seine ersten Parties feierte
Ob man dort nach dem LICHT das DUNKEL aufmachen sollte?!
Eins haben wir definitiv vergessen: Das "Nouvelle" im heutigen Dr.-Jürgen-Schneider-Gedächtnispalast, wo die definiv allerersten Hansromanovparties stattfanden.
15.04.2003
Unsere Party in der nun abgerissenen Westhafenbehörde mit drei verschiedenen Floors und Strom sogar aus der Steckdose, haha! BTW: Bitte nur "tote" Locations benennen, da ich den Verdacht habe, dass auch das liebe Ordnungsamt diese Liste entdeckt hat. Das ExZess bekommt gerade Ärger, seufz, und wir suchen dringend Ausweichlocations...
Die legendäre Party in einem ewig-langen Güterwagon am Westhafen, bei der fast die Hälfte der Gäste nach übereifrigen Konsum von Alkoholika und anderen Dingen sich übergeben musste, da die Tanzfläche in der Mitte des Waggons war und diese wie wild durchs Tanzen in Schwingungen versetzt wurde...
Oh, das EG, das war immer kostenlos und man musste nur an dem Türsteher vorbei kommen. Das war prima. Und schräg gegenüber war dieser schreckliche Konsensrock Laden, auch kostenlos und U2 die ganze Nacht. Tja, das war Wiesbaden.
Im EXIL beschlich mich oft ein Gefühl von Unwohlsein. Nachdem Ingo vom "Klistier"-Plattenladen seine regelmässigen Videoabende präsentiert hatte, während denen ein Gast auch mal blass vom Barhocker fiel, weil die Bilder teilweise "gewöhnungsbedürftig" waren, wurde Anja dort resolute Chefin. Also eigentlich konnte man sich in Sicherheit wiegen, trotz der Glatzen, von denen einer auch mal seinen Revolver in der Jackeninnentasche aufblitzen liess. Und abschliessend sollte man den HYBRIDEN, Frankfurts wahren "Underground"-Helden, ein Denkmal setzen bzw. die Königskarten im Quartett zugestehen: Parties im Messeturm-Rohbau, in der im Bau befindlichen S-Bahn-Station Mühlberg, in einem Bunker nahe des BCN, in fahrenden Lkw, an der Eisenbahnbrücke am Main, hab' ich was vergessen?
Den Goldfinger, die ultimative Zeitmaschine.
Und das Construction Five, mein Lieblingsraumschiff.
1986! du lieber gott! ich war 1979(1980 schon dj im st. john's inn gegenüber dem goethehaus (bzw des goethehauses, muss es bei goethe heissen). dort sang der john-hausherr immer zu "music minus one"-schallplatten als sinatra-sing-a-like und alle kommunalpolitiker waren zu gast mit ihren "sekretärinnen"... ich erinnere mich auch, dass ich dem grossen sängerkünstler engelbert humperdinck eine nutte besorgen musste, er es aber nicht wissen durfte weil. es sollte wirken wie ein groupie. also habe ich aus der damaligen "abendpost nachtausgabe"-mädchenanpreis-seite eine rausgesucht und angerufen. wie sich herausstellte, war sie wirklich ein fan von ihm... so! das ist jetzt wirklich und way old! Roxanne war der alte Höhenkoller. Mainline>Alkatraz>Negativ Die Disko im Keller des ehemaligen Filmpalast, jetziger Hugendubel (Hauptwache): War das Uno, gelle? Ach ja: STICH!
Ali Baba? Nö, Aladin und der Vollständigkeit halber: CASABLANCA - beste Undergroundelectronic und New Wave-Disse ever, danach FAR OUT -Stich! Die KLINIK - Tallas erste Gehversuche, neben Blue Angel, jetzt Thaicocktails - Stich! VOGUE - Romanov startet durch, hat Schneider den Kaiserhof druffgebatscht - Stich! EXIL - beste Bar ever bis zur feindlichen Übernahme der Böhsen Onkelz und Schergen als Stammkneipe, jetzt Bar Oppenheimer - Stich! Bierpalast war cool und der Laden in Wiesbaden hieß EG. Fertisch. Als wie ich. Locostoffel Nouvelle: Rudimentärromanovismus und natürlich Roxanne: Technoklupp mit Talla XYZ am Sonntagnachmittag im ersten Stock überm McDonalds/Zeil. Und Talla, der Klassiker, als Plattenverkäufer in der Music Box im Hauptbahnhof (B-Ebene). Wer bietet mehr?
14.04.2003
Den Club 74 gibt es wohl noch, aber an anderer Stelle. Und zwar am
Ortsausgang von Esch Richtung Idstein. Soll wohl seine Scheunen- Characteristic
verloren haben.
An und für sich einen gute Idee, bloß kannste leider den DJ-Sympathiefaktor nicht als Maßstab setzen. Genauso fällt der Musikstil weg. Es wäre doch müßig darüber zu streiten, ob xy besser ist als yx oder ob house besser oder schlechter zu bewerten ist als soul oder rock (Geschmäcker und verschieden und und und). Dresscode, Eintrittspreise, Getränkepreise, Öffnungszeiten wären nicht schlecht: Mäckie Messer, open End - Stich! Da würde dann die Karte mit dem "Mainline" (machte um zwei zu) grußlos seinen Besitzer wechseln
Und ich bin ja der Meinung, dass die Bassboxen in der Hall unter der Bühne die im Dorian um Weiten schlagen. (In denen der Hall haben regelmäßig Leute mit einem Alkoholvolumen von über 2 Promille sogar geschlafen!!!).
Bierpalast in der Kaiserstraße, aber klar! Das war 1986, ihr Opis! Wenn ich den Originalmonatsprogrammflyer (DIN A 4, echte Fotokopie) noch finde (müsste noch bei mir irgendwo 'rumfliegen), dann scanne ich den ein und gebe ihn hier zum Besten.
Kann sich jemend von euch noch an den "Bierpalast" (oder so) in der Kaiserstraße erinnern? So eon Riesenteil über zwei Etagen, war enoch nicht mal ein Sommer lang ein Muss nach dem abendlichen Batschkappbesuch...
Gibts den Dschungel in Berlin eigentlich noch? Also den Dschungel in Aachen gibt es nicht mehr! Aber gibt´s den Dschungel in Hamburg noch? Ja oder? Hatte eigentlich nicht jede Stadt mal ihren Dschungel? Gabs auch Städte über 200.000 Einwohnern ohne Dschungel? Es gab wohl eine Zeit da brauchte man einfach so seinen Dschungel.
Mir fält da noch einer der wichtigsten Clubs meiner Jugend ein: Der Dschungel in Wiesbaden. Die Straße weiter oben gab es noch einen Laden, aber den Namen habe ich vergessen (nicht die Wartburg). Und dann war da noch die Bauerndisko in Idstein-Wörsdorf.
Hab ich auch, aber wir sind abends in den Rose Club und ins Luxor. Einmal sind wir in Waldbröl mit einem Panda, der anstelle des Beifahrersitzes die Anlage und darüber einen gigantischen Müllhaufen hatte, quer über die Wiese vor die Zivilehrgangshauseingangstür geschlittert. Das gab ein tolles Hallo!
HÖSCHENALARM! Na klar ist das sexy, menschenskinder! Und bitchy, heissa! Dann noch eine Sonne um den Nabel und ich mag gar nicht mehr ausgehen, weil ich in der Disko permanent gegen die Tanzstangen renne würde vor lauter Beglotzen des Figürlichen. ... Noch eins übrigens, etwas weiter weg, im Sauerland: Eine Disko in einem Dorf namens Pracht, zwischen Köln und Gummersbach, gleich umme Ecke von Waldbröl, wo ich in den 80ern einen Zivilehrgang absolviert habe. Die hatten den hohen Standard von Berliner Diskos, sogar etwas höher, und spielten sogar Cabaret Voltaire. Sah innnen aus wie ein Raumschiff. Muss nachher mal nach dem Namen googeln, gibt's aber wahrscheinlich gar nicht mehr. ... Braan, diese Endlos Hin- und Herschmeisserei von diskoiden Erinnerungsbruchstücken muss archiviert werden!
OK. es geht noch steiler bergab, freunde.
1. drahtesel büdingen
2. black inn ranstadt
3. hazienda nidda-oberwiddersheim
4. la cave borsdorf
5. chicsaal kilianstädten
nur der vollständigkeit halber. ach so. die tenne in bergen-enkheim. jetzt aber schluss damit.
Da wir schon mal dabei sind, Tennen zu droppen: Aoxomoxoa in Dingens und diese Disko in Esch, wie hiess die gleich?
Wie mir berichtet wurde ist das Fun-Tastic in Schneidhain wohl das ehemalige Studio gewesen.
Urgesteine des Vordertaunus:
1. Das "Fun-tastic" in Schneidhain
2. Der "City-Club" in Kelkheim
Dazu fällt mir ein: Gibt es das Studio in Königstein eigentlich noch? Und wer war da vor ca. 17 Jahren?
14.04.2003
Warum muß es eigentlich unterhalb einer gewissen Klasse von Frau *immer* das obligatorische tribal Steißbein-Tatoo geben??? Es gibt nichts langweiligeres, und die Teile sind oft auch noch dilletantisch gestochen. Soll das irgendwie sexy sein oder einfach nur bitchy? Ein Zeichen mangelnder Originalität? Mitläuferinnentum? Modesklaverei? Sie treten ja eigentlich auch immer in Begleitung von Bachnabelpiercings und Nasensteckern auf... So das billige Pendant zu Bankerinnen-Perlenohrsteckern. Im Jazzkeller in Hofheim gab es bis vor ca. ein paar Jahren Mineralwasser für umsonst. Jetzt nicht mehr. Seitdem war ich nicht mehr da.
14.04.2003
Ja nun ne Party war da wohl letzte Woche zur Eröffnung wie ich dort erfahren habe. Aber es war ein sehr, sehr netter Kneipenabend mit super Leuten viel Spaß und tollen Gesprächen. Übrigens: Viele viele super Jungs und wenig Mädchen. Wenn Frau mal gut Unterhalten werden will ein guter Ort. Mann/ Frau sollte sich von der bodenständigen Kneipenausstattung nicht abschrecken lassen. Hat durchaus seinen berechtigten Charme. Im angehenden Sommer bestimmmt ein guter Ort um auf dem Main ein Getränk zu genießen.
10.04.2003
Sind eigentlich die Kuratoren die Stars oder die Künstler? Wer führt wem diesen legendären Distinktionsgewinn zu, um den sich alle prügeln? Ein Prinzip total[itärer]en Parität? Haben wir das perpetuum mobile entdeckt? Und: sind die Kuratoren wenigstens auch aus Berlin?
27.03.2003
Vooorsicht mit einem abgedroschen polarisierenden Vokabular - als "Volkstänzer" müsstest du es eigentlich besser wissen, aber auch du bist in die Falle getappt: Du bewegst dich auf dem dünnen Eis des grenzenlosen Irrtums, dem West- und Mitteleuropäer immer noch regelmässig erliegen! Fast möchte ich dein Statement als Provokationskeule gegen alle rechtschaffenden, traditionellen Musiker empfinden. Ich habe sehr viel Respekt vor jeder Art von Musik, die mit Leidenschaft vorgetragen wird, also prinzipiell vor jeder Art von traditioneller Musik (ausser Kauntri und Dixieland). Ich mag dir beipflichten, wenn deine Reaktion impliziert, dass die Imitatoren polynesischer und hawaiianischer Musik - die grossen, genialen Eklektiker nämlich (Martin Denny und Kollegen) - musikalischen Eskapismus betrieben haben. Das ist nicht verwerflich, denn es hat seinen Grund, dass diese Musik ausgerechnet in den Zeiten wirtschaftlicher Rezession entstanden ist. Die 50er/60er-Jahre-Versionen sind mit grösster Leidenschaft für das Experiment und das Arrangement produziert worden. Ihnen ist dementsprechend auch mit dem grössten Respekt zu begegnen. Die originäre Musik jedoch, von der sich die westlichen Interpretationen abgeleitet haben, "gaukelt" niemals eine "scheinbar heile Welt" vor. Dieser Gedanke entspringt leider immer noch den Hirnen derer, die sich nie mit den Wurzeln traditioneller Musik und dem Lebensgefühl des Volkes, für das dieser primäre Träger von Emotionen Lebenselixier sein kann, beschäftigt haben. Vielmehr glaubt man, von der Ferne, mit Tunnelblick auf einen begrenzten Horizont, meinen zu müssen, ungefragt auf verfügbarem Halbwissen basierende Welterklärungsmodelle zu liefern. Das ist Sesselpuper-Mentalität, unreflektives Sozialgeräusch, dekadente Denke. Zum Thema - auf traditionelle lateinamerikanische Musik bezogen - ein Auszug eines Berichtes/Interviews mit Uwe "Atom Heart/Señor Coconut" Schmidt aus der New York Times vom 07.06.00 (Thema: sein Album "El Baile Alemán", welches Kraftwerk-Klassiker im Latin-Style interpretiert): Mr. Schmidt said that when he sent out early demo versions of the album, an unmarked copy fell into the hands of Kraftwerk members, who thought at first that a Latin band was actually performing their music. When Kraftwerk learned the truth, its members, known for being extremely reclusive, critical of cover versions, and somewhat litigious, actually liked the music and struck up a dialogue with Mr. Schmidt. They had only one demand: that Señor Coconut's version of "Radio-Activity" be dropped from the album. "They thought my version was too happy for the content, which I didn't think was the case," Mr. Schmidt said. "Because a Latin band could only cover it that way. I told them that this means that a first world band would prohibit a third world band from covering its song because the versions are too light. I tried to have a discussion to explain that it's a first world stereotype to think that Latin music is a joke and that nobody would think bad about Kraftwerk even if they do see the song in a funny way, but they insisted." Hab' ich übrigens auch nicht verstanden: Warum sind die Jashgawronski-Brüder lustig und empfehlenswert, "obwohl sie aus Armenien stammen"?
volkstanzkomitee wrote: Du hast es erkannt: Die polynesischen Rhytmen gaukeln dir die scheinbar heile Welt und das damit verbundene Leben nur vor! Die Klänge des Balkan vermitteln dir dagegen die knallharte Realität! wrobeljev (Sonnenbrillendealer) Apropos: Am Donnerstag, den 27.3. treten die Jashgawronski-Brüder auf! Ist seeeehr lustig und sehr zu empfehelen auch wenn sie aus Armenien stammen...
> herr weiss schrieb u. a.:
> technicoloriertes Leben im Paradies und -das.
31.01.2003
Es handelt sich also nicht um eine ausschliesslich hier zu lokalisierende Frage [s.u.]. Wenn wir das "event" wieder auf seinen Ursprung zurückführen, näümlich den des "Feierns" wird die oft angemahnte Verquickung transparent: Dqs Sich-feiern als ein ganz im Kunstbusiness immanentes Sich-drehen, mathematisch positiv [besetzt], nicht nur pekuniär, und zwingend notwendig, der Kunst einen Rahmen zu geben und damit als Möglichkeit, als rahmende Begrenzung der Gesellschaft[lichkeit] zu sein und somit eine Sicht überhaupt erst zu gewähren. [Vernissage mit Party am Samstag, 01.02.2003, ab 21.00h Eintritt 8, Euro mit den DJ sets: ...]
28.01.2003
Kunst?
War das nicht das, wo man widerwillig in der 8. Klasse hingegangen ist? Wo man dann leise sein musste, nichts essen, nichts trinken und nichts anfassen durfte? War das nicht das, was man "selber genauso hätte malen können"? Nur andere waren die Künstler und man selber nicht? Wurde "Kunst" nicht oft in einem Satz mit "Kultur" genannt? Damit ist nun schon seit einiger Zeit Schluss! In Frankfurt kann jeder ein Künstler sein. Kunst = Club, Kultur = Saufen. Eine Art "Malen nach Zahlen" für echte Künstler und solche, die es werden wollen: Steht irgendwo vielleicht eine ungemütlich kalte und feuchte Garage leer? Super! Genau das richtige. Schnell noch einen Tresen rein, 30 Kisten Bier, etwas Gin und Vodka, zwei 1210er, möglichst keine Beleuchtung oder Sitzgelegenheiten - fertig ist ein neues Atelier, und du selber bist der Künstler! Ach Halt! So einfach ist es dann doch nicht. Die Preise natürlich! Wer ein echter Künstler ist, muss sein Brot damit verdienen. Die Flasche
Bier darf nicht zu billig sein. Oh, Entschuldigung: KUNST darf nicht zu billig sein. Sonst ist es Kitsch. Nicht unter 2 EUR pro 0,33 l. Echte Kenner werden diesen Preis bezahlen. Denn jeder deiner künftigen Gäste will an der Kunst teilhaben, will eingreifen. Jeder will Mitkünstler sein. Besoffensein ist jetzt schließlich Aktionskunst und erhöht die Reputation. Wem das Bier zu teuer ist, der soll halt abhauen. Hat keiner gesagt, dass es einfach ist, mitmachen zu dürfen. Ist genau wie in der HfG. Anmelden? Blödsinn! Das ganze ist eine Installation. Klar. Das ist nämlich aus vier Gründen praktisch: 1. Es senkt die Kosten. Aber das ist natürlich gar nicht der echte Grund.
Der echte Grund ist nämlich 2. Man unterwandert das System. Systemkritik wurde schon immer groß geschrieben. 3. Gäste Oh pardon! Es muss "Liebhaber" heißen solidarisieren sich mit dir, gerade weil du so ein aufregender Systemkritiker bist. Immer mit einem Fuß im Knast. Der Kunst wegen. Ein Kunstmärtyrer quasi. Tolle Type. 4. Das vorherrschende Gesprächsthema unter den Gästen huch! Ich habe schon wieder "Gästen" gesagt! wird die fehlende Konzession sein. So entsteht eine "Win-Win-Situation". Einerseits haben die Leute das Gefühl, eingeweiht zu sein, ein großes Geheimnis mit sich herumzutragen. Sie wissen, dass sie die Verantwortung tragen zu schweigen, um die Kunst am Leben zu erhalten. Andererseits weiß innerhalb kürzester Zeit jeder von deinem Laden äh: Atelier. Und zwar genau dadurch, dass natürlich niemand schweigt. Um aber im Gespräch zu bleiben musst du drauf achten, dass spätestens alle 3 Monate die alte Garage geschlossen und woanders eine neue eröffnet wird. Mit GANZ neuen Konzepten, logo. Aus Berlin, Prag oder gar Barcelona. Das kommt an. Wer will schon in Frankfurter Konzepten saufen? Ja, und nun rollt der Rubel. Du bist endlich ein Star, die von dir mit Alkohol und Urban Legends abgefüllten Schnapsdrosseln sind endlich Künstler. Keiner muss mehr schweigen, jeder darf essen, trinken und anfassen. Nur was mich wundert: In der 8. Klasse damals hatte ich am Tag nach Kunst nicht immer so einen dicken Kopp. Komisch.
Kunst? Du hast das langweilige Urlaubsdia vergessen zu erwähnen, das den ganzen Abend lang an die Wand geworfen wird.
Und ich dachte: Kunst wäre, wenn man plötzlich die Malerei wiederentdeckt, nebenbei irgendein dickes Stipendium absahnt, sich konzeptuell vertieft und dann zu Themen, wie Globalisierung oder Bebilderung des Jetzt arbeitet und dann Zack! in eine megalomanische Guppenauasstellung mit mindetstens 200 anderen Frankfurter KünstlerInnen zum Thema "Konzeptionelle Vertiefung des Empire-Gedankens in der Malerei" reinrutscht.
Ja, zugegeben, das ist dann Avantgarde! Quatsch. Das Ist Establishment. "Nee, also ich war nie subversiv!"
Funktioniert aber in Frankfurt doch ganz gut ;-) Sogar an die unverschämten Preise hat man sich schon gewöhnt, wer hätte den früher 6 DM für ein 0,33 Becks in einem Quasi - Underground - Laden (was auch immer U-Ground sein mag) bezahlt? Toll ist aber, wie so etwas von den Gästen hofiert wird, gerade wenn sich dort lokale Sternchen aus dem Elektronik - Bereich herumtreiben: "Hach, ich war gestern im xy, MEIN Kumpel, der 123, hat aufgelegt und der abc war auch wieder da." Es gilt also: In ist, wer da ist! Musikalisch wird hier meist eine noch ganz andere Ungleichung aufgestellt: Experiment = Anspruch. Das Beschallungsprogramm ist nebensächlich, solange die schlechte Musik durch bekannte Hände zum Plattenspieler wandert, wenigstens ein interessiertes Kopfmitnicken besucherseits ist also Pflicht. Es ist immer wieder interessant, mit welchem, mir vollkommen ungeläufigen Vokabular diese Leute einen 808 - Drumloop (Bassdrum mit ein wenig Decay, kurze Snare, closed HiHat im Offbeat) umschreiben. Aber (o-ton): "Ich hör ja nur House und so, wenn ich weggehe..." (Dummerweise gehen diese Leute nicht weg, sondern nur aus.) Solange es diese Leute gibt, wird es solche Läden geben. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich!
Experiment = Anspruch: Wichtig hierbei ist eine eingängige Nichttanzbarkeit.
Interessant zu lesen, in welche Richtung einige Tresurbanen, aber auch ein Grossteil der Veranstaltungsgäste konditioniert zu sein scheinen. Die Resignation scheint gross. Das rührt vermutlich von den mafiösen musikalischen Strukturen, die sich schon immer etablieren konnten. Ist ja auch der normale Lauf im Musikbiz: Einige wenige Labels, Produzenten, Vermittler drängen sich in den Vordergrund und versuchen, im eng gesteckten Rahmen ihrer Möglichkeiten und Interessen, didaktisch und wirtschaftlich aufs Publikum einzuwirken. Dieser absolutistische Anspruch hat den Effekt, dass das Publikum einen sehr limitierten Eindruck von den prinzipiell aufregenden Möglichkeiten der Soundgestaltung gewinnt. Als Beispiel nehme man die kommende Mittwochs-Veranstaltungsreihe im TAT, die von Ecki Ehlers "kuratiert" wird: Wir finden die heilige Triade der Knuspermusik im Programm: Mille Plateaux (Ffm), A-Musik (Köln), de:bug (Berlin). Man klopft sich gegenseitig auf die Schulter. Die konsumierende Masse mag glauben, ausschliesslich diese Institutionen seien kompetent und befugt, einen Kunstkontext zu beschallen (wobei A-Musik an Kompetenz zugegebenermassen schwer zu überbieten ist). Das Problem ist nur, dass auch in diesen Kreisen vorzugsweise ein selbstreferentielles "Szene"-Programm gefahren wird. Der Versuch, den Sound für jedes Event exakt masszuschneidern, wird selten unternommen. Die Wahrheit ist, dass sich ein musikalisches Programm perfekt (und durchaus experimentell gestaltet) in den Rahmen einer Veranstaltung integrieren kann, sodass sich das Publikum sich selbst zuwenden, aber auch gleichzeitig aufmerksam auf die Musik werden, d.h. einen positiven Gesamteindruck gewinnen kann. Wenn sich ein DJ Gedanken über die Club-/Ausstellungssituation, ihre Gäste, Ambiente und Zeitrahmen, in denen sie sich bewegen, machen und demnach eine breite, aber auf die Situation massgeschneiderte Palette Tonträger präsentieren würde, wird definitiv ein homogenes Bar-/Lounge-/Vernissagen-/Eventdesign entstehen. Und "Suspense". Niemals sollte eine Beschallung nebensächlich sein. Die Herausforderung ist, dass sie in Dynamik und Lautstärke "angemessen" sein sollte. Gerade ein DJ muss zuhören, reflektieren und sich ständig selbst korrigieren. Im Idealfall nimmt der Besucher die Erkenntnis mit nach Hause, dass eine unendliche musikalische Vielfalt aller Styles existiert und wird sich fragen, warum man das nicht schon viel früher wahrgenommen hat. Ein Aufbruch der festgefahrenen Strukturen würde vielleicht das marode Nachtleben sanieren. Allerdings gilt auch folgendes: Wer über die Jahre immer wieder das gleiche serviert bekommt, ist schwer zu überzeugen, mal etwas anderes zu probieren. Hier sind die Tonträgeralleinunterhalter gefragt. Denn die werden für einen Service bezahlt, der sich über ihre Persönlichkeit und nicht über das konsensuelle Zuspielen von Platitüden definieren sollte. Experiment muss nicht gleich Anspruch sein, aber ein bisschen Anspruch sollte jeder Gast (an sich) selbst stellen. Dann wird das Experiment zum grossen Ü-Ei, das mit Spass konsumiert wird. Dann werden auch irgendwann endlich Getränkepreise zweitrangig sein. Hey, ich spreche aus Erfahrung.
Meine These ist mehr, daß es auf die Unverfänglichkeit ankommt. Darauf, dass die Musik als Hintergrundgedudel tauglich ist, unaufdringlich, massenkompatibel, nicht zu interruptiv oder experimentell. Letztlich will in Frankfurt ja sowieso niemand tanzen, sondern nur reden (auch wenn es nur über den Unterschied von PG und VK geht ... oder um tresurbain-Protagonisten).
dabei sei hierbei an eine mille plateaux veranstaltung (nichts gegen das Label!) in der städelschule erinnert. ein li´ve performender ahtte es mit einem unglaublichen equipmentberg geschafft, eine Art kontinuierliches Rauschen zu produzieren...ein (analog ... hihi) Radio hätte es auch getan! Aber die Zuhörenden fanden das alles "SUPERINTERESSANT", was man "ALLES SO MACHEN KANN". Das schlimme ist nur, wenn man dann, meines Erachtens nach gerechtfertigt, Kritik übt, wird man von solchen Gestalten paschulkemäßig in die Schublade des arroganten, kunstUNverständigen Stiesels gesteckt ...und das ohne Hornbrille und schwarzen Rolli ;-)
Na, ich glaub nicht so sehr, dass man "nur reden" will. Über was denn auch immer? Ich weiß nicht, wer so einen spannenden Tagesablauf hat, dass er sich allabendlich mit allen möglichen Leuten darüber austauschen könnte. Ich nicht. Die Sache ist viel eher die, dass die Musik zwar möglichst experimentell sein sollte, aber über Konsensgrenzen nicht hinausgehen darf, was BPM oder auch Texte angeht. Laut muss sie aber trotzdem sein, damit Gesprächspausen vom Partner nicht als kommunikatives Unvermögen gedeutet werden, sondern als kritische Reflexion der Situation. Man muss dabei auf jeden Fall einen beobachtenden Blick Richtung Urlaubsdia oder DJ haben, kann vielleicht mal milde Lächeln und dann z.B. mit den Worten "Schon ein krasser Laden hier!" wieder ins "Gespräch" zurückfinden. Wenn DU allerdings deine Musik auflegst, dann ist der Laden nicht mehr krass, sondern ultrakrass, und ultrakrass war schon der Anschiss vom Chef oder Prof am Nachmittag. Da will man Abends nur noch krass. Krass, Bier und Kunst.
Das Problem des DJs/Club ist doch sein Zwang, Sets spielen zu müssen ... Einbahnstraße der Lustlosigkeit und Schmeichelkultur.
Jenun, es geht um die Atmosphäre, weniger um Inhalte. Musik ist ein primärer Träger von Emotionen. Die freie Wahl funktioniert so, dass nicht jeder vom gesamten musikalischen Angebot angesprochen werden muss. Vielmehr könnte jeder einzelne Besucher durch ein besonderes Musikstück sanft aus seiner Kommunikation herausgerissen und dezent auf die Beschallung aufmerksam gemacht werden. Wenn durch die erwähnte Konditionierung der gleichgeschaltete Knuspersound als "unumstössliche Wahrheit" akzeptiert würde, ohne dass man jemals Alternativen kennen zu lernen imstande gewesen wäre (ogott), hätten wir einen Event-Totalitarismus, der das Publikum für unmündig erklärt. Ach so, haben wir ja bereits. Perfektes, eingleisiges Marketing, fast wie in der Werbung.
Das geht von der Prämisse aus, daß DJs nur Alleinunterhalter sind. Bezahlte Entertainer, die bitte das spielen sollen, was man von ihnen erwartet, am besten etwas gefälligen House oder auch schon mal Retro-60er-Rock. Angemessen in der Lautstärke und bitte nicht anders als das, was der Vorgänger schon den ganzen Abend gespielt hat.
Geht hier eigentlich jemand ab und an mal in den Sinkkasten?
Ich meinte mehr "hansartige" Veranstaltungen oder solche im LM, wobei die Liste von Locations mit mainstreamiger-retro-mono-null-bass-Musik beliebig erweiterbar wäre ...
Du glaubst wohl, du bist auf der sicheren Seite, was? Bloß weil morgens um 4 bei deinem Set die drei Besoffenen nicht gehen, sondern noch mehr von Udo Jürgens hören wollten. Udo Jürgens kann ja wohl jeder! Aber kommentier' ruhig mal. Ein Lied das weiß ich noch ging so: Daddak-diddeliddeling-diddiddelliddeliddeliddeliddeling-diddiddeliddeliddeliddeliddeling-diddiddelling-ding-DING! [Pause] Dumm Tsak Dumm Tsak Dumm Dedudeltsak Ding Ding Dedilldeliddeliddeliddeliddeliddeling Ding Ding Tsak Ding Deding Dumm Tsak Dumm Tsak Dumm Dedudeltsak Ding Ding Dedilldeliddeliddeliddeliddeliddeling Ding Ding Tsak Ding Deding Dingdingdingdindedding Dingdingdingdindedding Dumm Tsak Dumm Tsak Dumm Dedudeltsak Ding Ding Diddikdediddikdediddikdediddikdediddeliggelingdingdingdedingdedding Ding Dingdingdingdedding Ding Dingdingdingdedding Piddimdippeldippeldippeldippeldippeldippeldimmdimmdedimmterimmdimmdinndedimmteddim Dummtsakdummtsakdummdummdubbeldedabbeldiggeldummdammdammdingdedinng! Dumm Tsak Dumm Tsak Dumm Dedudeltsak Ding Ding Dedilldeliddeliddeliddeliddeliddeling Ding Ding Tsak Ding Deding Dumm Tsak Dumm Tsak Dumm Dedudeltsak Ding Ding Dedilldeliddeliddeliddeliddeliddeling Ding Ding Tsak Ding Deding Dingdingdingdindedding Dingdingdingdindedding Dumm Tsak Dumm Tsak Dumm Dedudeltsak Ding Ding Diddikdediddikdediddikdediddikdediddeliggelingdingdingdedingdedding Ding Dingdingdingdedding Ding Dingdingdingdedding Piddimdippeldippeldippeldippeldippeldippeldimmdimmdedimmterimmdimmdinndedimmteddim Dummtsakdummtsakdummdummdubbeldedabbeldiggeldummdammdammdingdedinng Dumm Tsak Dumm Tsak Dumm Dedudeltsak Ding Ding Dedilldeliddeliddeliddeliddeliddeling Ding Ding Tsak Ding Deding Dumm Tsak Dumm Tsak Dumm Dedudeltsak Ding Ding Dedilldeliddeliddeliddeliddeliddeling Ding Ding Tsak Ding Deding Dingdingdingdindedding Dingdingdingdindedding Dumm Tsak Dumm Tsak Dumm Dedudeltsak Ding Ding Diddikdediddikdediddikdediddikdediddeliggelingdingdingdedingdedding Ding Dingdingdingdedding Ding Dingdingdingdedding Piddimdippeldippeldippeldippeldippeldippeldimmdimmdedimmterimmdimmdinndedimmteddim Dummtsakdummtsakdummdummdubbeldedabbeldiggeldummdammdammdingdedinng! Dumm Tsak Dumm Tsak Dumm Dedudeltsak Ding Ding Dedilldeliddeliddeliddeliddeliddeling Ding Ding Tsak Ding Deding Dumm Tsak Dumm Tsak Dumm Dedudeltsak Ding Ding Dedilldeliddeliddeliddeliddeliddeling Ding Ding Tsak Ding Deding Dingdingdingdindedding Dingdingdingdindedding Dumm Tsak Dumm Tsak Dumm Dedudeltsak Ding Ding Diddikdediddikdediddikdediddikdediddeliggelingdingdingdedingdedding Ding Dingdingdingdedding Ding Dingdingdingdedding Piddimdippeldippeldippeldippeldippeldippeldimmdimmdedimmterimmdimmdinndedimmteddim Dummtsakdummtsakdummdummdubbeldedabbeldiggeldummdammdammdingdedinng Dumm Tsak Dumm Tsak Dumm Dedudeltsak Ding Ding Dedilldeliddeliddeliddeliddeliddeling Ding Ding Tsak Ding Deding Dumm Tsak Dumm Tsak Dumm Dedudeltsak Ding Ding ... [Basssolo] ... Dedilldeliddeliddeliddeliddeliddeling Ding Ding Tsak Ding Deding Dingdingdingdindedding Dingdingdingdindedding Dumm Tsak Dumm Tsak Dumm Dedudeltsak Ding Ding Diddikdediddikdediddikdediddikdediddeliggelingdingdingdedingdedding Ding Dingdingdingdedding Ding Dingdingdingdedding Piddimdippeldippeldippeldippeldippeldippeldimmdimmdedimmterimmdimmdinndedimmteddim Dummtsakdummtsakdummdummdubbeldedabbeldiggeldummdammdammdingdedinng! Dumm Tsak Dumm Tsak Dumm Dedudeltsak Ding Ding Dedilldeliddeliddeliddeliddeliddeling Ding Ding Tsak Ding Deding Dumm Tsak Dumm Tsak Dumm Dedudeltsak Ding Ding Dedilldeliddeliddeliddeliddeliddeling Ding Ding Tsak Ding Deding Dingdingdingdindedding Dingdingdingdindedding Dumm Tsak Dumm Tsak Dumm Dedudeltsak Ding Ding Diddikdediddikdediddikdediddikdediddeliggelingdingdingdedingdedding Ding Dingdingdingdedding Ding Dingdingdingdedding Piddimdippeldippeldippeldippeldippeldippeldimmdimmdedimmterimmdimmdinndedimmteddim Dummtsakdummtsakdummdummdubbeldedabbeldiggeldummdammdammdingdedinng BRAAAANG! Dudeludelüüüüüüüüüüü [Hier Vibrato] Fin. Es war von Gary Burton. AAAAAAH!
Grundsätzlich erwartet man in Bars und auf Ausstellungen erst einmal nichts. Wenn die Musik egal ist oder wenn sie nicht zur Situation passt, ist das der Merkbefreitheit des Musiklieferanten zuzuschreiben oder als gewollte Anarchie (wozu?) zu deklarieren. Oder man deklariert sein Programm eben im Vorfeld als "Performance". Dann ist's keine Hintergrundbeschallung, sondern ein Aufmerksamkeit generierendes Produkt. Warum glauben sogar schon DJs in diesem Kreise hier, dass man von Plattenlegern "gefälligen House oder auch schon mal Retro-60er-Rock" erwartet? Das ist doch Bullshit. Diese Meinung ist ein Resultat der Mafiamethoden einiger weniger Veranstalter, die sich ständig gegenseitig buchen und die Eier schaukeln. Die Kirche bleibt im Dorf; es findet keine Aufnahme/Akzeptanz neuer Einflüsse statt, an die man sich genauso gut gewöhnen könnte. Musikalische Gesprächsuntermalung zwingt zum Weghören, wenn sie "in Sicherheit wiegendes Liedgut" oder "Musik, die keinen stört" ist. Aber auch in Läden (ich rede jetzt die ganze Zeit von Bars und dergleichen), wo der Gesprächslärmpegel relativ hoch ist, wird man als gewitzter DJ beobachten können, dass die Situation keinesfalls so ist, dass man weghört. Irgendein Zucken geht immer durch den Raum. Man muss nur, wie bereits erwähnt, Atmosphäre aufnehmen, reflektieren und adäquat darauf reagieren können. Dann kann man gerade über Hintergrundmusik die Stimmung regeln. Man muss sich nur trauen. Im Idealfall sind dann die Gäste genau so in einer Musikblase gefangen wie ihr Erzeuger. Ausschliessliches Rotieren von House z. B. ist dazu nicht geeignet. Und lautes Geboller von Club-DJs in Locations, wo man dann wegen der Musiklautstärke zum sich anschreien gezwungen wird, nervt, nervt, nervt. Die sollen gefälligst im Klupp bleiben. Ein Abend: sagen wir acht DJs und acht verschiedene Musikstile, stelle ich mir hingegen als ideales Clubkonzept vor.
Nein, herrjeh, ich dozierte, dass die "bezahlten Entertainer" nach eigenem Geschmack spielen können/sollen, der sich aber vorzugsweise vielfältig durch den Abend mäandern und (subjektiv) angemessen mit Raum und Menschen korrespondieren muss gerne auch experimentell. Dann aber müssen diese Entertainer selbst merken, wenn es ungemütlich zu werden droht. Ich unterstelle mal erfahrenen, rezeptionsfähigen DJs das Talent, die eigene Aufmerksamkeitsspanne aufrecht zu erhalten und das Talent zur Flexibilität. Es ist doch ein grosser Spass und eine Herausforderung, sich durch sein Lieblingsprogramm spielen zu dürfen, wenn man es schafft, dadurch eine Atmosphäre voller Wohlgefühl, Spannung und auch leichter Irritation zu erzeugen.
Dann doch lieber die Performance, wo Herr Beck 300 Gratis-CDs auf 300 CD-Spielern simultan vorspielt.
26.01.2003
Nach meinen Beobachtungen gibt es zwei Kategorien von HfG-Studentinnen. Die einen kleiden sich wie "Menschen aus der Mülltonne" das sind die von hier, die sich aufgrund der in ihre Subjektivation eingeflossenen Beobachtungen des urbanen Scheins zumindest klamottentechnisch ganz gezielt von diesem abheben müssen. Die anderen sind die Zugezogenen: zumeist aus dem Schwabenländle; die sich, um ihren landflüchtigen Karrierewillen zu demonstrieren, entweder als aufgedonnerte Schicksenvariante der Müllmenschen auftreten oder in hypermodernen, retro-turnsachenartigen Presswürsten die "Szene" versporteln. In diesem Sinne: Viel Spass bei der Mutation Ihres Beuteschemas.
20.01.2003
Endlich ... mal ein Beitrag, auf den man rein gar nichts erwidern kann. Es ist nämlich genau so (deprimierend), wie du es beschrieben hast. Vielleicht noch eine HfG-Variante: Spricht man ein Mädchen darauf an, was sie "denn so mache", wird man zu 90%iger Wahrscheinlichkeit die Antwort "Graphik-Designerin" bekommen, die man ohne fragen zu müssen also auch gleich vorweg nehmen, d.h. der Gesprächspartnerin ohne mit der Wimper zu zucken auf den massgeschneiderten Leib komplimentieren kann, was nicht funktioniert, da jeder vernunftbegabte, notorische Frankfurter die Bemerkung in blanken Zynismus kleiden wird, was ein Abblitzen zur Folge hat. Auch ich werde mittlerweile unfreiwillig in nervige E.Braan-Diskussionen hineingezogen, hab' ja mit der Sache nüscht zu tun. Neulich aber, nach einer Filmshow im GOTO, frug mich eine Unbekannte, nachdem sie erfahren hatte, dass ich im Bahnhofsviertel wohne, ob ich etwa ein Mitbewohner von Peter Weiss sei. Hat hier mal jemand Feuer?
19.01.2003
Weggehen am Abend hat immer etwas von "sich beim Beobachten selbst zugucken". Was macht einen Abend gelungen oder nicht? Ein schlechter Abend ist auf jeden Fall, wenn man alleine weggeht und den ganzen Abend einsam an der Bar oder auf einer Bank sitzt und niemanden kennt. Das mag nicht nur für einen selbst unerfreulich sein, es ist zudem mit Prestigeverlust beim ebenfalls beobachtenden Publikum verbunden. Das Ganze läßt sich noch toppen, indem man unbeabsichtigt zu erkennen gibt, dass man sich in dieser Position sichtlich unwohl fühlt und dieses Unwohlsein durch panischen Konsum von Alkohol oder Nikotin kaschieren versucht. Weitere Symptome sind stetes Zurechtzupfen des Tshirts, Handy überprüfen, etwas in der Tasche/Rucksack suchen (was natürlich nicht gefunden wird, aber nicht verhindert, es in regelmäßigen Intervallen immer wieder zu versuchen). Manchmal ist das mit schüchterner Kontaktaufnahme verbunden, in etwa: "Hast du mal Feuer!" oder "Kannst du mal einen Blick auf meine Sachen haben, ich hol was zu trinken, geh aufs Klo, brauch ein neues Päckchen Kippen, stürz mich vors nächste Auto etc..." Das gegenteilige Optimum ist es, alleine zu kommen, aber mit mindestens drei Personen längere Gespräche zu führen. Besonders gelungen, wenn zwei davon allseits bekannt sind ("man gehört dazu") und letzterer gänzlich unbekannt, bestenfalls merkwürdig und skurill ("man ist kontaktfreudig und gewitzt"). Diese Gespräche sollten von mind. 30 Minuten Dauer sein und von Lachen, gegenseitigen Antippen, sich Feuer geben (ohne vorher fragen zu müssen) und einem gelösten Gesamteindruck begleitet sein. Allerdings darf es nicht zu lustig oder gar albern wirken. Lieber mit bösen und gelangweilten Gesichtseindruck ernsthaft diskutierend an der Wand lehnen, als unreif kichernd durch den Raum zu toben. Obwohl das (da extrovertiert) immer noch besser ist, als das isolierte Rumsitzen. Ein hohen Prestigegewinn kann man erzielen, wenn man entweder den DJ oder jemanden an der Bar kennt ("Insider") und sich dort länger aufhält. Mit einem begrenzten Reservoir an Themen kann man die notwendigen Gespräche lange lebendig halten. Ein guter Einstieg ist es auf gemeinsame Bekannte zu verweisen, besonders gelungen, wenn es in Kombination mit einer anderen Party location" kommt, z.B. "Ich war ja vorher noch im Raum YXZ was trinken und habe dort den ABC getroffen. Der will nachher auch nachkommen." Jetzt ergibt sich hieraus schon eine vielfältige Gesprächsgrundlage: A) das Gegenüber kennt den Raum XYZ nicht, dann kann man empfehlen, sich diesen bei irgendeiner ganz wichtigen Party demnächst anzugucken, man hätte ja sonst etwas verpasst. B.) der Raum ist bekannt, dann kann man sich gegenseitig versichern, dass dieser Ort ja so toll auch nicht wäre, ein wunderbarer Einstieg, sich über die allgemeine Misere der Partylandschaft, Undergroundszene, Off-Kunsträume etc. (was immer all das auch sein soll) zu beschweren. Je nachdem, kann man dann noch ergänzen, dass man eben gerade in Berlin gewesen und dort alles viel besser sei oder (je nach Gemüt) es sei auch nicht mehr das Wahre und die ganze dortige off-Kultur" reiner Hype und inflationär. Ein weiterer guter Einstiegssatz (da vielfältig polarisierend) ist: "Studierst du etwa auch an der HfG?". Bei einem schlichten Nein, kann man sich zusammenraufen und in gemeinsames Dissen ( zur Auswahl: "Die HfG ist eine Sekte!", "die werden ja immer jünger", "eitles selbstverliebtes Volk") verfallen. Bei einem Ja, lässt sich das nun weiter differenzieren, indem man sich erkundigt, ob dieser PG (Produktgestaltung) oder VK (Visuelle Kommunikation) studiere. Bei einem Vkler (da ja fast *Künstler*) kann man dann immer noch über die dumben Produktgestalter lästern. Mit einem Produktgestalter kann man sich immerhin noch über Offenbach auslassen. Obwohl Offenbach als Thema eigentlich immer zieht! Verfällt das Gespräch ins Stocken, immer mit Offenbach kommen, es werden zahllose Anekdoten folgen! Scheinbar wird Gemeinschaft im nächtlichen Ausgehumfeld gerne durch gemeinsames "Schlechtmachen" erzielt. Man schätzt den, der das Gleiche hasst! Man kann beliebige Felder des Dissens finden (neben Partyräumen und Kunsträumen, die ja oft die gleichen sind), kann man einfach über die Macher reden: z.B. "Kennst du den Ort YXZ, den macht der ABC, der ist ja schon ewig in Frankfurt aktiv. Äh, warum sinds denn immer die gleichen Nasen, die Partys veranstalten?". Ein fairer Handel, da ja die Partymacher auch auf die ihre Veranstaltungen besuchende Meute herabblicken und sich fragen, warum stets die gleichen Leute bei den sich stets ähnelnden Veranstaltungen auftauchen. Ein neues Thema ist mir letzte Woche untergekommen, wo sich als Gesprächsauftakt nach einem gewissen "Egidius Braan" erkundigt wurde. Der nun auf etlichen Mailinglisten-Aktive bietet Stoff für mindestens 15 Minuten. Gerade Rohrpost-Abonnenten sind seit kurzem verstärkt in Genuss von Braans Worten gekommen und wundern sich nun "Kennt man den?" oder "Der ist ja furchtbar!". Worauf man dann (sehr urban) milde lächelnd anfangen kann, aus dem Nähkästchen des Mailinglistenlebens zu berichten. Eigentlich müsste man jetzt noch darauf eingehen, dass bei der Wahl der Gesprächspartner auf eine Durchmischung der Geschlechter zu achten sei. Sich den ganzen Abend nur beim eigenen Geschlecht aufhalten, wirkt (außer man ist schwul) verklemmt und zudem noch unspaßig. Nur bei der anderen Fraktion rumhängen, wirkt dann aber wiederum, als ob man es nötig hätte (was ja für viele durchaus der Antrieb des Besuchs sein mag). Dennoch ist es als Frau cooler den Abend mit Jungs zu verbringen (da tough), denn als Mann am Abend mehrere Damen abzuklappern (da abgeblitzt!). Am Ende eines Abends ist man oft ermüdet von dem stetigen Wiederholen der gleichen Rituale, welches einen aber nicht hindert, es beim nächsten Mal genauso zu machen, in der Hoffnung, es werde dann alles besser, aufregender oder interessanter.
09.01.2003
... wie kommst Du denn drauf, dass wir nix machen? Ich (z.B.) mache (ohne mich allzu stark hervorheben zu wollen) ganz viel: regelmässige Clubveranstaltungen (Herrn Weiss habe ich bei selbiger kennengelernt), Flyers, abhotten (seltenst zu 'Journal'-Terminen), ohne 'rumzuposen dies und jenes und noch vieles . . . was ich nicht tue ist: andere Leute mit meinem wirren Zeug belästigen. Nicht, dass ich nicht nicht manchmal wirr denken würde, aber ich blubber es eben niemandem auf die Ohrn und Augen. Es handelt sich bei meiner Bitte um binäres Ruhen keineswegs um inhaltsleeren Opportunismus, vielmehr um den innersten Wunsch Deiner kurz- bis mittelfristigen Verschonung, der aber dank moderner Technik ... endlich auch ohne Dein zutun Erfüllung findet. Was wir hier verloren haben? Nun, Du weisst doch: wir sind die wertvollen Teile des Ganzen (die das Ganze zu mehr machen als die Summe seiner Teile), genaugenommen befinden wir uns dabei zwischen den Parteien die übergrosse Mehrheit (580?) konsumiert ja nur, ein kleiner Anteil postet hier ab und zu einen Beitrag und das möglichst mit Mehrwert für den Rest der Gemeinschaft und ein paar Pflaumen können einfach den Rand nicht halten (wobei man hier um allen gerecht zu werden auch noch mal differenzieren müsste, worauf ich an dieser Stelle allerdings aus Zeitgründen verzichten möchte). Du pauschalisierst, stellst empirisch (hoho!) nicht haltbare Sachen in den Raum (und wirst damit keineswegs der semimöchtegernintellektuellen Schiene gerecht, die Du hier allzu gerne fährst) und scheinst bei alldem auch noch zu übersehen, dass Deine Meinung offensichtlich nicht die einzig mögliche und berechtigte ist. Sollte Dein Intellekt tätsächlich die von Dir angenommene Größe haben, könnte Dir das jetzt langsam mal auffallen. Geh doch mal ins GOTO oder die KFU, mach' da was (auflegen, saufen, Frauen an (Heidi?)) und hier ausnahmsweise mal nix (das ist nicht böse gemeint, dient lediglich der Entspannung der anderen Subscriber (zu deren Erleichterung ich mich jetzt auch aus diesem Handlungsstrang verabschieden werde)). Allerdings und andererseits und überhaupt dient das alles hier ja auch irgendwie unserem Spass (noch mehr 'allerdings': was wenn Viele wegen Einzelner nur mehr stark reduzierten Spass haben können?) in diesem Sinne,
27.12.2002
frankfurter sind doch im allgemeinen sehr empfindlich wenn sie nicht das gefühl haben auf einer inparty rumzustehen.
27.12.2002
Es gibt seit 1988 keinen neuen Musikstil.
27.12.2002
Frankfurter wollen doch nur in Sicherheit wiegendes Liedgut hören. Schon eine Deviation von 1/16-Takt verzögert die endlich, nach ca. zwei Stunden aufkeimende Bewegungsbereitschaft um eine weitere Stunde. Mindestens. Wenn überhaupt.
19.12.2002
Es ist ein bekanntes Prinzip, seine Intentionen mit einer akademischen Graduierung, uns sei sie in Anwartschaft, zu schmücken bzw. zu untermauern. Mir fällt auf, dass ein habitueller Unterschied zu bestehen scheint, ob jemand einen vergammelten Raum zu einem Happening transformiert oder ob jemand, der an einer Kunsthochschule Kunst studiert [lernt? beigebracht bekommt?] einen vergammelten Raum zu einem Happening transformiert. In beiden Fällen kommt eine Distinktionsaufwertung des oder der Protagonisten zum Zuge, die landläufigen Mechanismen der freien Marktwirtschaft Respekt zollt: Tue Gutes und sprich darüber. Jemand, der anderen die Flucht ermöglicht in einen Raum, dessen vollzogener, sei es, einmaliger, auf jeden Fall frühzeitiger Besuch eine distinktive Auwertung der Person des Besuchers nach sich zieht, mit der man für sich und um andere werben kann, erfährt einen Distinktionsschub, der bis in die zweifelhaften Bereiche der lokalen Prominenz reicht. ... Fragwürdig hingegen ist die ambivalente Wechselwirkung mit den eigenen, eben den anderen Intentionen im künstlerischen Feld. Wird die Rauminstallation spannender, weil ich die Chance habe, wenn ich mal gross bin, Künstler zu sein, besser oder wertvoller, obwohl nur zum x-ten Male in einem halbdunklen Raum hippe Musik ein paar noch-nie-dagewesene Diaprojektionen akustisch untermalt [oder bunte Bildchen den durch Musik legitimierten Kontakthof für urbane Hipster-Autisten optisch ausschmücken?], oder wird mein eigener Werdegang durch meine systemübergreifenden Aktivitäten von hinten angeschoben, in dem ich mich frühzeitig um heterogene Jüngerschaft bewerbe? ... Mich stört die penetrante Betonung, dass eine Rauminstallation [oder was auch immer] von Studenten der und der Kunsthochschule angeleiert wird, die bereits im Vorfeld meinungsbildnerisch Wirkung ausübt, nicht nur im rekrutiven Sinne, ein wirksames Publikum zu generieren, sondern auch das eigene Sein und Werden distinktiv in die Bespielung des Raum einzubringen, gleichermaßen, um Kritik von vorneherein den Wind aus den Segeln zu nehmen, weil das KANN ja gar nicht schlecht sein. ... Interessanterweise machen ja die findigen unter den BWL- oder Jurastudenten nichts anderes. Sie organisieren in irgendwelchen Schicki-Diskos ihre Semesterfeten, verdienen damit einen Sack voll Asche und geben sich damit zufrieden, weil sie ja sowieso Anwalt oder Vorstand werden wollen. Der RAUM und seine BESPIELUNG sind innerhalb ihrer strukturellen Bedingungen ABSOLUT IDENTISCH. Dennoch scheint es einen distinktuellen Unterschied zu geben!?
18.12.2002
Das ist ja eine vollkommen neue Idee. Auch, wenn sie prinzipiell und im moralischen, lokalisiert-antiimperialistischen Sinne "gut" ist, was schlecht ist, möchte ich die Frage aufwerfen, warum das Thema der Reanimaltion leer stehender Räume wieder und wieder und wieder reanimiert wird. Und inzwischen ist es ja auch nicht einmal mehr komisch. Die Kunst wie oft als Alibi fürn Klupp. Oder von mir aus auch für punktuelle, ungewöhnliche, offene Klupps. Oder ist der Klupp an sich jetztschon die Kunst? O je. ... Wozu haben wir eigentlich das Internet, wenn wir auf ewig den Totentanz der Achtzigerjahre zelebrieren müssen? ... Habe übrigens gerade auf der Rohrpost für die Abschaffung der documenta plädiert. Möchte mich an dieser Stelle für die Abschaffung der HfG aussprechen.
16./17.12.2002
letztendlich ist doch das mp3 format nur die logische weiterentwicklung des speichermediums vinyl. und kopie und tausch gibt es, seit dem ich denken kann. meine ersten unerlaubten raubkopien machte ich, nicht mit einem mp3-ripper, sondern mit einem grundig-radiorecorder donnerstagsabends bei der hr3 hitparade international (mit werner reincke)... außerdem ist es doch auch aufgabe des djs, mühsam zusammengetragene clubmusik zu verbreiten und der breiten öffentlichkeit zugänglich zu machen.
das einzige, was ich daran verlockend finde, ist die aussicht, die elenden kisten nicht mehr schleppen zu müssen... das ist in der tat ne pest. hab immer noch zwei kisten im auto, die ich sonntag morgen um fünf nicht noch die treppen hochwuchten wollte...
1. geht mal ab und zu ins fitnessstudio, dann schafft ihr es auch eure paar platten zu schleppen
2. qualität zählt, nicht quantität, wenn ihr ein besseres entscheidungsvermögen hättet, müsstet ihr auhc nicht immer so viel schleppen. selbst schuld
Aus der Sicht des Konsumten einer DJ performance ändert sich nichts, da die Visualisierung der Haptik erhalten bleibt. Das reizvolle an DJs at work ist ihr Gefummel an Knöpfchen, Reglern. Der BetrachterIn eines DJs phantasiert eine Haptonastie, indem er/sie seinen/ihren Körper mit dem Arbeitsmaterial des DJs assoziiert. Deshalb bringt selbst die Performance eines 20-Platten-House-DJs das Fleisch kleiner Discoschnepfen zum kreischen.
Ich würde das als zooähnliche Zustände bezeichnen.
Das öffnet natürlich einer [Un]Kultur des "DJ pretending" Tür und Tor. Menschen, die um einer distinktuellen Aufwertung ihres subkulturellen [denn Amateur-DJing IST Subkultur] Habituskonzepts willen anfangen, mit [beliebigen] Platten einer fadenscheinigen performativen Praxis zu frönen, und doch nur einen mp3-Player unter dem Altar zu Gottes Tonarmen laufen lassen. Bei House isses ja auch wurscht, ebenso bei Tech-House.
sagenhaft. die platten als haptisch-atavistisches schrubbreliktobjekt. das ist so albern wie ein vorgetäuschter orgasmus beim vibratorgebrauch.
Das ist nicht albern, sondern ein zeitgenössisches autoerotisches Substitut mit exhibitionistischem Moment.
autoerotisch und exhibitionistisch wäre dann das djing als öffentliche masturbation.
da kann man nur sagen: schade, dass du noch nicht in den genuss gekommen bist. von beidem. vortäuschen ist manchmal genauso reizvoll wie die illusion. der möglichkeit, dass jemand(em) beim plattenauflegen etwas wächst
Das ist so wie mit dem "blasen". Der Sexualpartner möge es zwar bereitwillig, möglichst ständig und weitgehend ausschlisslich tun, aber immer mit einem sichtbaren Widerwillen, der gerne auch vorgespielt sein darf.
Haptonastie (gr.-nlt.) die: durch Berührungsreiz ausgelöste Pflanzenbewegung (Bot.) ... Aus der Sicht des kreischenden Schnepfenfleischs dann aber palmengartenähnliche Zustände. Der DJ als durch den Berührungsreiz des Reglers sich bewegende fleischfressende Pflanze ? (Peter?!)
Richtigstellung: Wenn Platten als haptisch-atavistisches Schrubbelobjekt albern sein sollen, wäre nach Wrage-Metaphorik und Braan Damage höchstens ein die eigene Unsicherheit kompensierender Vibrator-Gebrauch vor Zuschauern albern - wie jede narzisstische, (auto)erotische Handlung/Haltung mit exhibitionistischem Moment von Verklemmten. Folglich ist Frankfurt die albernste Stadt der Welt. Alls bischen feruckt.
Bei den Düngemitteln, die sich das kreischende Schnepfenfleisch zu solchen Gelegenheiten einzuwqerfen pflegt, gann man problemlos von "vegetativen Zuständen" sprechen.
Ein aus der Sicht des via haptisches Happening mit happigen musikalischen Häppchen hantierenden DJs induziertes Happy End: Die Schnepfen als durch den Berührungsreiz des Reglers sich bewegendes pflanzenfressendes Fleisch. Old School.
du bist ein held. ich werde mein leben von grund auf ändern und zum 20-platten-house-dj umschulen.
Und je grösser die Disko, desto elementary school.
16.12.2002
"Underground" kriegt man meistens eh nur auf Vinyl. Es ist dann ein ziemlicher Act, das Ganze von Platte in den PC aufzunehmen. Dann kann man die Platte lieber gleich in den Club mitnehmen.
Seltsames argument. Eine vinyl veröffentlichung ist doch wohl ein grösserer filter, als ein mp3 ins netz zustellen. Wenn es doch irgendwo "echten" underground geben sollte, dann im netz auf mp3. Aber vielleicht ist es entweder zu schwierig/aufwendig das sich herauszusuchen, oder es ist nicht "undergound" genug, weil es jeder machen kann. ... Also, in Japan besteht gerade im bereich abseitiger musik eine viel geringere hemmschwelle selbst gebrannte CDs anzubieten. Ich war in Tokyo in drei läden, die fast nnur CD-Rs hatten. Die meist aufwendig und liebevoll gestalteten CDs ziehen sammler an, die dadurch in den besitz von unikaten kommen. ... Bei uns wird man ja scheel angesehen, wenn man einem laden CD-Rs anbieten will. Hier in Frankfurt kenn ich keinen, der welche im sortiment hat.
Das liegt halt auch daran, dass sich die Subkultuer den habituellen Gepflogenheiten des lokalen Establishments nach bestem Wissen und Gewissen anzupassen sucht. ... Der Plattenvetrag stellt hierzulande halt immer noch ein Statussymbol dar; inwieweit das eine Reminenzenz an die Zeiten, in denen Platten ausschliesslich industriell zu verfertigen waren, darstellt, kann ich schlecht beurteilen. ... Auf jeden Fall ist das "Label" halt auch faktisch ein Label.
14./16.11.2002
... Hier sind ein paar Impressionen von der Party "Die ieblichen Verdächtigen und die ieblichen Katastrophen", wie Herr Komljenovic sagen würde. Stellenweise sogar recht ansprechendes Material, auf jeden Fall erkennbar mehr Bewegung als beim gestrigen Springbunnendesaster im Seifenmeiler [sorry, Walter aber dass sich die versammelte Frankfurter Verbissenheit mehrere Stunden lang selbst im Weg steht, reicht nicht für einen schicken Abend; auch ohne den "Conférencier" nicht]. Aber dass ums Eck auch noch ein Chillout-Dings aufgemacht hat, wusste ich noch nicht
... der Springbrunnen-Abend war doch ganz dufte. Leider entdeckte man die richtig schönen Brunnen voller übersprudelnder Ideen erst nach der Preisverleihung, als sich das Publikum wieder ausgedünnt hatte. Dieses Phänomen ist wahrscheinlich dafür verantwortlich, dass den ersten Preis das grösste, mittig im Raum ausgerichtete Objekt gewann (akzeptabel, das Beiheft riss es raus). Denn man sah viele der ausgestellten Objekte vor lauter Menschen nicht. Unsäglich jedoch die Verleihung des zweiten Preises an ein grosses, buntes Wannending mit Plastikblumen und Barbiepuppen, das man so oder so ähnlich seit den 70ern originalgetreu in den Gartenbedarfsabteilungen eines jeden grossen Kaufhauses käuflich erwerben kann, ausser dass statt Barbiepuppen Gertenzwerge das Plastikbiotop bevölkern. Wahrscheinlich der Liebling aller anwesenden Mädchen. Oder die mitgebrachte Familie/Verwandtschaft/Crew der Produzenten repräsentierte die grösste Teilmenge aller Anwesenden. Der dritte Preis ging an ein Kunsthandwerkobjekt mit Themaverfehlung. Einer der richtig interessanten Brunnen mit Idee und Konzept landete mit nur einem Gramm Unterschied zum dritten auf dem vierten Rang. Nächstes Mal bitte Suchzwang. Oder einzelne Vorstellung aller Objekte, notfalls mit Erklärungen der Erbauer. Dann Reflektion, Kontemplation, Stimmenabgabe.
Das Problem ist halt, dass, sobald Frau Gloser zu einer kollektiven Inszenierung von Kindergartenkunst ruft, die ieblichen Verdächtigen ihre absolut vorhersagbaren, ieblichen Kreationen von ihren ieblichen Freunden feiern lassen und die Veranstaltung selbst zu einer reinen Stehparty schwarzgekleideter Autisten mutiert. Was ich daran anprangere ist die mittlerweile leider standesgemässe Unhöflichkeit des Volkes, dessen tumbes Rumstehen situationsbedingt zum totalen Im-Weg-Stehen transformiert und den unvoreingenommenen Besucher einerseits rücksichtslos daran hindert, sich tatsächlich die Schaustücke zu Gemüte zu führen und andererseits den inzwischen resignierten Dabei-Erfolglosen widerum daran hindert, den Saal unauffällig zu verlassen. Man kann von Glück reden, dass bei solch einem Ereignis nicht mal eine Massenpanik entsteht; es würde ein Desaster. Die aus der inhaltistischen Bedeutungslosigkeit resultierenden Aggressionen der Steher tun ein Übriges, um dem Besucher die Laune zu vermiesen.
14.10.2002
hi hans here is the info for my show i wil do in berlin. hope some of your friends who like art and dance will come to see it. they must call me to make reservations. no tickets "at the door" reservations only. love and light
13.10.2002
Angeprangert wird heute der anstrengende Nachwuchsromanovismus, der sein durchkonstruiertes Kreativ-Ejakulat aus dem auch hierzulande leider nur schwer zu umschiffenden HfG-Umfeld für Abendgestaltung. Es ist hart, zu studieren, wo andere leben müssen, aber bitte: Befeuchtet die Wellen, die ihr auf die Gute Seite des Mains schwappen lässt, auch mit Inhalten, oder ginge das gegen die Bildung der [einer] entpolitisierten Spasselite?
10.10.2002
[Da es keine Vernissagen mehr ohne Musik gibt, könntest Du doch auch mal eine dieser szenigen Ausstellungseröffnungen in so einem hip-space beschallen. Nur um mal ein Zeichen zu setzen, wie konformistisch die langweilige Hibbelmusik für apolitische Leichtekulturberieselungsbarbesucher doch ist.] Da habe ich auch schon daran gedacht: Hardcore-DJ als konzertante Performance im Rahmen eines Kunstprojekts. Das könnte ja durchaus passend sein, wenn man vom Konzept des DJs als seichten Alleinunterhalter mit Hintergrundgedudel einmal abweicht. Vor Jahren hatte ich diesbezüglich einmal die Lola Montez-Crew kontaktiert, aber sie waren zu konformistisch. Wenn Du jemand weißt, dem man das unterbreiten könnte: ich wäre sofort dabei. ... Die soziale Komponente überwiegt letztlich doch. Wobei ich für soziale Interaktion unaufdringliche Hintergrundmuzak auch eher bevorzuge als ohrenbetäubenden Lärm. Hm, die Konsequenz, die Kunst mehr in den Vordergrund zu stellen, wäre tatsächlich, den (Hör-) Raum für soziale Interaktion bewußt einzuschränken, wenn auch nur zeitweise.
10.10.2002
Ich finde auch, daß die Techhouse-Szene in Frankfurt viel zu unterentwickelt ist. Es gibt tatsächlich noch Clubs, in denen manchmal *kein* Techhouse läuft! Man sollte einen Förderverein gründen oder sowas!
03.10.2002
das der sampler kaputt und damit der auftritt früh beendet war, ist wohl höhere gewalt und schon ok, aber der krampf am einlaß vorher, wo leute teilweise stunden draußen ausharrten, während drinnen die supports spielten (insgesamt ja wohl das beste des abends) und es nicht wirklich überfüllt war, trotzdem aber niemand mehr reingelassen wurde, weil noch gästelistenmenschen erwartet wurden, die letztendlich doch nicht kamen, war schon nervig, Irgentwann war man dann drin, die 8 euro bezahlt und dann wars dann auch schon vorbei, was wie gesagt wohl unglück war. Aber dann direkt derart auf Retro umzuschwenken und eine Stunde nur platten zu spielen, die ich auch auf der silberhochzeit meiner eltern gehört hätte, wenn ich dagewesen wäre war dann eher ne magere entschädigung fürs abgebrochene set. Nix gegen diesen ganzen rock n roll hype, is ja nett und mag ja morgens um halb fünf auf ner absackerprivatparty auch letzte bewegungsreserven rauskitzeln (und immer noch besser als elektroclash) aber hier kams doch etwas zu plötzlich und rausschmeißermäßig für die garnicht so spärlich anwesenden frickelsoundfanatiker. Bin natürlich trotzdem nicht gegangen und am ende wurde es ja auch wieder abwechslungsreicher, nur waren leider nicht mehr viele leute da. Die platte von schneider find ich trotzdem noch sehr erfrischend und ich hoffe auf das nächste mal. Wenn schon werbung für zoomer in der u-bahn läuft sollte man auch die leute im s bahn tunnel nicht zu kurz kommen lassen. Sprech hier natürlich nur für mich und ein paar freunde, andere fandens bestimmt toll.
02.10.2002
Eroeffnung beider Ausstellungen ... mit DJ Mike ... Gibt es eigentlich noch Ausstellungseröffnungen ohne Musikbegleitung?
02.10.2002
hallo lieber hansemann, ob du mich wohl auf die liste setzten kannst? ich hoffe, ich schaffs mal. dankedank
Lieber Benni, leider ist die Liste schon voll. Und ausserem passt Dein Style irgendwie nicht so ganz in unser Konzept. Aber mach Dir nichts draus, in Berlin kommt ja auch nicht jeder uberall rein. Ganz ganz liebe Hasengrusse, Hansemann.
Ach, Style ... Hatt ich's fast vergessen. Benni, in Berlin ist der "Style" mittlerweile wichtiger als alles andere... Sad but true... Dummes Gesülze postender ascii-kunst-fanatiker und hochnäsiger Newsgroups-Spacken... Nichts draus machen... Stil- oder STYLE-los lebt sich's eh am besten... Ganz ganz liebe HansemanngrÜsse,
Sehr geehrter Herr Hasenmann, nur weil in Berlin eine so elitäre Suppe auslöffelt wird, muss das nicht gleich für die ohnehin zurückgebliebene Provinz Gültigkeit haben. Ich bin dafür, dass zumindest ausserhalb der Hauptstadt jeder überall und immer reinkommt. Ob er will oder nicht! Mit zuckersüssem Gruss Egidius
Sehr geehrte Debattanten am falschen Ort, nur weil einige von Euch dem medial provozierten Hauptstadthype erlegen sind, heißt das noch lange nicht, daß es nicht genügend Gelegenheit gibt, sich in Berlin frei und fernab jeden Hypes zu bewegen und sich dabei köstlich zu amüsieren. Soll meinen: Anschauen, eintauchen und nicht immer nur kleinlich zerreden. Gruß.
29.09.2002
[finde die idee vom dem flyer nur sehr gut. haben einige clubs noch nicht verstanden es zu nutzen, aber ich hoffe das beste...] Wenn ich mich recht erinnere [ich habe ihn durchgesehen und weggeschmissen; mich langweilt jenes durch eine kreativen Eruption aufwändig in ungewöhnliche Formate gepresstes] war da relativ wenig Programm drin. Er hat sicherlich einen gewissen Nutzen im touristischen Bereich für sog. Neuankömmlinge , doch für die Frankfurter und jene, die sich dafür erklären [dazu bekennen] erscheint das Medium einmal mehr als Selbstdarstellungsplattform des koordinierenden Unternehmens. Insofern sehe ich da auch durchaus eine gewisse Instrumentalisierung. Was bei Klamotten funktioniert hat, nämlich den [in sich qualitativ fragwürdigen] Imagetransfer der lokalen Pseudo-Model-Knipser-Szene auf ein paar Läden, sollte ja bei Clubs auch möglich sein. Die Szene bringt sich im Zweifel auch noch gern ein. Wie verführerisch ist es, sich auch einmal als Trendsetter fühlen zu dürfen!
12.09.2002
goldengate wo? seid Ihr eigentlich total bloed? es findet doch nicht nur im frankfurter goldengate etwas statt! also wo bitte? oder handelt es sich bei der debug-dates um einen provinziellen berliner veranstaltungskalender? ich bitte um genaue adressenangaben, da bitte ich die verantwortlichen der clubmacher und agenturen drum? ich schreib doch auch nicht einfach >frankfurt< ohne das kuezel >/m< dazu, was auf den main-fluss hinweisst. danke der hans r. -ffm
12.09.2002
... eine liste dessen, was capadonna (so ein rapper aus der wu-tang-ecke) im spaceplace vorzufinden wünschte, als er dort ein konzert gegeben hat.
10.09.2002
Weil Frankfurt nun eben doch nicht am Meer liegt und man hier deshalb etwas unentspannter ist, was dazu führt, dass man sich auch noch in 1000 Jahren nach Disko Geburt über Eintrittspreise unterhalten wird statt stillschweigend hinzugehen oder nicht hinzugehen, statt individuell Veranstaltungen wertschätzen oder nicht wertschätzen zu können. Hey, Akufen scheint zur Zeit an allen Orten gleichzeitig zu sein, besonders an den billigen neulich sass er mit uns beim wöchentlichen Montagstreffen und musste auch keinen Eintritt bezahlen. Das Lux hingegen, um wieder etwas versöhnlich zu stimmen, ist natürlich ein feiner Laden, wie mir von diversen Seiten zugetragen wurde. Der Name scheint mir nicht blöd, sondern Programm.
10.09.2002
ich komme gerade aus lissabon. dort war ich in einem echt guten club (der name ist blöd, ich glaube lux oder so) mit dachterasse, zwei floors, balkon, mehreren bars, super security, gute stimmung, gemischtes publikum. (...) die getränkepreise waren nicht höher als in frankfurter läden. und der eintritt? FREI!! selbst AKUFEN habe ich dort am Sonntag umsonst gesehen, und das war für alle selbstverständlich. warum gibt es sowas in frankfurt nicht? ich war hier nie in einem laden, der so professionell und fair war.
09.09.2002
Früher gab es Rockmusik, kurz "Rock". Heute hören wir Techno und House, und wenn eine Party gut war, sagt man, "sie hat gerockt". Oder "sie hat richtig gerockt". Wie wird das in ein paar Jahren sein, spricht man dand in Ehrfurcht von etwas mit dem Wort, es habe "gehoust"?
09.09.2002
Tja, [...] jeder Laden bekommt eben das Publikum, das er verdient und jedes Publikum eben die Läden, die usw. Ich meine das so: Man kann beobachten, wie sich die Dinge, die Strukturen bilden und zu einem Teil auch verselbständigen. Es gibt den Teil der Hipster, die in unterschiedlichen Läden gesehen werden und immer, zumindest für eine gewisse Zeit, auf der Suche nach dem neuen, dem Kick sind, oder sich einfach auch nur unter ihresgleichen wohl fühlen, Bestätigung darin finden, dass ihr Weg nicht grundfalsch sein kann. [Dazu gehören z.B. viele Architekten, Werbefritzen, in erster Linie Berufsanfänger; Zugezogene. Wir könne uns hier ja auf Gattungsbegriffe einigen, ohne zu einer weiteren Geschlechterdifferenzierung in der Benennung derselben in Ihrer Bedeutung als Gruppen von Einzelpersonenen uns gegenseitig verpflichtet zu fühlen. Das ist sehr angenehm.] Und dann gibt es die Stammgänger, das Stammpublikum, gerade bei so "geheimen" Orten wie dem Kiosk oder dem Cafe International, und auch das rekrutiert sich immer aus dem gleichen Personenkreis. Da wir uns auch abseits des gastronomischen Regelbetriebs bewegen / aufhalten, kann ich es nachvollziehen, dass jemand wie Edward B. seine Sache so macht, wie er sie macht, und dass sein Publikum das auch gar nicht anders haben will und im Falle einer "Kommerzialisierung" auch abwandern würde. Problematisch ist es eben für Grenzgänger, für diejenigen, die von allem immer nur das Beste haben wollen. Übergeordnet hat aber ein Prinzip immer Gültigkeit, nämlich dass es sich leichter lamentieren lässt, als selbst etwas an der Situation zu ändern, insofern sind auch Ansätze, Anregungen wie das Multitrudi schnell zum Scheitern verurteilt, weil nur die wenigsten [wie vielleicht Hans R.] das auch als Anregung aufnehmen; in der Regel wird es als ausschliessliches Angebot aufgefasst und dementsprechend bewertet; der Kiosk in der Franzius war anders, aber nicht als "hip" positioniert, was durchaus auch an seinen Macher, der in seiner Person bereits den Anspruch des Künstlers veräussert, gebunden sein mochte Edward B. ist Szene-"Macher", er schafft Lokationen des Amüsements, Treffpunkte Abseits von Anspruch und Unterschieden, er bietet Orte zum Anderssein, eine Bühne zum Sich-zeigen und im Spiegel der Mit-Seienden jenen Markt der Bestätigungen der eigenen nicht-identischen Identitäten, aber er befreit von jeglicher inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Am-Ort-sein und damit auch mit dem Ort selbst. [Ausserdem beschränkt ers sich auf zentral gelegene Plätze, auch das ausschlaggebend für die Annahme eines Lokals.] Ich kreide Hans und Edward auch gar nicht an, dass sie etwas machen [was grundsätzlich erst einmal gut ist], sondern dass sich das Publikum sie und durch sie "macht", und das ist der Affentanz. Die Fäden dieser Marionettentheater beherrschen Leute wie Klüber/Pfeiffer natürlich perfekt, der Unterschied ist nur, dass sie auch nichts anderes von dem behaupten, was sie tun, als was sie tun. Es ist sicherlich verlockend, die Hand, die einem das Publikum reicht, zu ergreifen; wer will nicht einmal ein Star sein, ausserdem gehts auch bei Machern ums Geschäft und ohne Moos ist kein Weitermachen möglich. [Zum Komplex Space-Place bleibt anzumerken, dass diese Gruppe eine andere Entwicklung furchgemacht haben dürfte. Da ist dann doch sehr schnell aus der Illegalen über eine halbherzige politische Identitätskrise einfach nur eine im Großen, Ganzen eher bürgerliche Existenz draus geworden, Nachttanzdemo hin oder her. Die gehen auch nicht mehr weg, mit dem Machen ihrer Läden haben sie auch genug zu tun. Der Space Place ist eine ganz normale Diskothek.]
08.09.2002
Mich nerven die zyklisch wiederkehrenden Aufgüsse aller Hans-Romanov-Parties dieser Stadt. Das sei als Gattungsbegriff zu verstehen, eine Sorte von Veranstaltungen, bei denen es wichtig ist, zu erscheinen [um nichts zu verpassen] und ein ums andere mal festzustellen, dass man eben nichts verpasst hätte. Zum Hans an sich: Mich reizt die zugegebenermassen haupsächlich von aussen zugeschrieben Stilisierung als Kultisches, zehrend aus der Vergangenheit hiesiger Partykulturen, als Feierei kaum oder noch nicht im heutigen Sinne existiert hat. Er hatte sicherlich ein Händchen für Innovationen Anfang der Neunzigerjahre und ist an und für sich auch kein unsympathischer Kerl. Allerdings wird aus Kult in letzter Zeit eine Kult-ur, in der ich eben kkeine solche erblicken mag. [Es ist auch keine Tanzkultur mehr; sein Faible für Frau Krystyna ist Garant für untanzbare Sets, vielleicht gehts da auch um die Frauenquote oder was anderes.] Auf der anderen Seite sticht die Kultivierung eines Sevice-Segments wie dem der Gastronomie hin zum Kultischen ins Auge, wurde zum letzten Space-Place-Sommerfest u.a. Edward Bellen als "Attraktion" neben anderen, netten Anachronismen wie Annette Gloser aufgeführt. Fruchtig hin oder her, was Annette im Goldfinger präsentiert hatte, war albern. Dat is so ne Spiel-Kunst, in der Historizität ihrer Urheberschaft zum vermeintlich Erhabenen erhoben. Oder vielleicht verstehe ich auch irgendwas nicht zu erblicken, was man darin hätte finden mögen, wenn man bereits so weit sei wie deren Urherber; ich bin es leider nicht. Und Herr Bellen ist ein griesgrämiger Gastwirt, der aus der Paarung von Kühlheit und der Aktivierung temporärer, ungewöhnlicher Orte für seine Gastronomie schlicht und ergreifend eine Masche gemacht hat. Behaupte ich. Er macht halt auch nix. Er verkauft da Bier. Das krieg ich auch woanders, freundlicher serviert und besser eingeschänkt. [Diese Beobachtung teilen im übrigen auch andere Menschen, die mir in Ansichten und Gewohnheiten nicht unbedingt entsprechen mögen, aber man spricht ja.] Die Programmankündigung von Florian war eher der Auslöser für meinen Ärger, nicht eigentlich Ursache. Immerhin war ich auch bei zwei der Veranstaltungen zugegen, eine fand ich nett, die andere nicht. An sich kein Grund zur Klage. Das Machen zählt, das gemacht werden ödet eben an
07.09.2002
salü hans falls das nicht in deine tasche direkt geht, sondern ohnehin an jmd. anderen, wollte ich fragen, ob du mich und die zwillinge auf die gästeliste setzen kannst aber wie gesagt, nur wenn die abrechnung eh über jmd. anderen geht ... viele grüsse und bis morgen
06.09.2002
Ist das eigentlich eine Liste für eine bestimmte Stadt, wo man nur bei Veranstaltungen, die nicht in dieser bestimmten Stadt stattfinden, angehalten ist, diese [Stadt] anzugeben? Auf alle Fälle ist die Selbstverständlichkeit, mit der jeder zugelaufene Hauptstädter [wahlweise Kölner, Hamburger] seine neugewonnene Metropolizität als im Allernatürlichstenderwelt gegeben voraussetzt, a bisserl anstrengend. Hier gibts nämlich auch ein Golden Gate. Das ist so ein Tischtanzdings, aber da hat immerhin schon mal Hans Nieswand aufgelegt. Aber das ist zwar nicht wirklich international. Dafür gibts bei uns Brötchen.
06.09.2002
Schon gut, aber ganz recht: gesoffen wird sowieso, also warum nicht "Mindestverzehr"? Und wenn die Mädchen zahlreich erscheinen und sich dann auch noch wohlfühlen, bleiben auch die Jungs. So einfach ist das der Club, früher "Disco", war doch schon immer die Arena der Triebsteuerung. Die Männer gehen jagen, sammeln und geldverdienen, die Damen kriegen alles umsonst, weil sie nun mal hübscher sind. Letztendlich geht es doch nur um ein kleines bisschen sauberen Spass. Und da ich weiss, dass der heutige Abend wohl eher mässig besucht werden wird, weil sich wieder keiner traut, ins SamLord zu gehen, da aber Mambotur wirklich hervorragend sind und heute leider im falschen Klupp spielen, versuchte ich, mit allen mir zur Verfügung stehenden Registern das Ding attraktiv zu machen (übrigens habe ich den SPEX-Bericht über Mambotur in der nächsten Ausgabe natürlich selbst verfasst). Der Eintrittspreis schreckt natürlich ab, aber man sollte schon im Vorfeld ehrlich sein und niemandem Informationen vorenthalten, sonst gibt's an der Kasse lange Gesichter.
05.09.2002
Dass ich 10 Euro Eintritt für eine Abendgestaltung überzogen finde, ist eine Sache, dass davon natürlich auch Musikanten und DJs entlohnt werden müssen, eine andere. Was mich nur auf die Palme gebracht hat, waren der Getränkezwang [ich konsumiere zwar seobst in der regel wesentlich mehr, möchte aber immer noch selbst darüber entscheiden können] und die temporäre Bevorzugung von weiblichem Publikum. Das dreht nämlich der Emanzipation den Spiess um und ich fühle mich als Typ einfach verarscht. Das hat nämlich so was von Peepshow, und das habe ich einfach nicht nötig. und da finde ich es eben auch schade, wenn das mit einer Tanzveranstaltung, bei der ich den Schwerpunkt auf Spass am Tanz oder Musikhören legen möchte, durchmischt wird, acuh wenn die Gaffer sicherlich wichtig fürs Geschäft sein mögen und für die natürlich eine ausgeglichene Geschlechterquote ein wesentliches Auswahlkriterium für die Lokalität sind. Und das degradiert letztendlich auch das DJing. Oder ist dir irgendein DJ aus dem Kung Hutschikutschibutschi ein Begriff in Sachen Innovation? Da gehts nur noch ums professionalisierte Halligalli. Willkommen im total verrückten Discostadl!
05.09.2002
Haben eigentlich die Gaststättenbetreiber im Zuge der Preisaktualisierung auf ihren Speisekarten auch die Gehälter ihrer Angestellten äquivalent erhöht? Ich meine, auch für die ist alles teurer geworden und die allgemeine Teuerung wird ja immer gern als Argument angeführt für Preiserhöhungen. Äh... da fällt mir gerade auf: Beißt sich hier die Katze nicht in den Schwanz? Ich denke, wenn die Preise unten sind, dann gehen die Leute auch wieder mehr weg, es wird mehr Geld ausgegeben und damit kommt auch mehr Geld in Umlauf. Das dürfte dem Umsatz auf die Sprünge helfen. Dann muß auch nicht die DJ-Gage (50 Euro?) aus irgendwelchen überhöhten Getränke-Zwangsverzehr-Bons finanziert werden. Ein Blick in Richtung Einzelhandel sollte doch einiges lehren. Vorletztes Jahr die Preise erhöht, dieses Jahr pleite gegangen oder zumindest mit massiven Umsatzeinbußen zu kämpfen. Preisnachlässe von mehr als 50% + SSV sprechen doch eine deutliche Sprache. Liebe Gaststättenbetreiber und Lohnauszahler: Holt euch einen DJ, der die "Crowd" so halbwegs am zappeln hält und macht faire Preise. Ihr werdet Euch wundern, wie schnell sich sowas rumspricht und vor allem rechnet. Es verlangt ja keiner, daß ihr drauflegt, aber fair solltet ihr sein. Der Glaube an das schnelle Geld hat auch schon Leute arm gemacht, auch hier in FFM.
05.09.2002
21 Systemapplications für 7 DoppelEuro (1 DoppelEuro= 0,78 koreanische Won) ... 2 weibliche Lizenzen included! Musik untanzbar effektiver Preis 6 projektierte m2 ... (das ist der name von hansiburlis nexter kneip: UntanzBAR) ... Das jukt doch alles nicht richtig!
04.09.2002
Eintritt: ¤ 10 incl. ¤ 4 Getränkeapplikation (effektiver Eintrittspreis ... also ¤ 6) ... freier Eintritt für Señoras von 2223h ... happy hour von 2324h ... Ja nee. Wer sagt, was Männlein und was Weiblein sei? Und was soll das mit dem vierfachen Trinkzwang? Verstösst das u.U. gar gegen die Zugabeverordnung? Warum keine verbilligten Studentenpreise? Habt ihr was gegen Studenten? Ich finde, es sollte mal ernsthaft eine Initiative wider die überhöhten Eintrittspreise angedacht werden, und zwar von Seiten der Clubbetreiber. Also ich habe ja kein Problem damit, wo nicht hinzugehen. Aber wenn mehr damit kein Problem haben, bleibt das Ding halt leer.
03.09.2002
Schade nur, daß die, die sich angesprochen fühlen keinerlei Reaktion zeigen, oder? Wär doch mal ne coole Aktion, wenn sich alle Gaststättenbetreiber an einen Tisch setzen und sagen "Hey, wir als Frankfurter Gaststättenbetreiber machen das alle zusammen, so daß in jeder gastronomischen Einrichtung das billigste Getränk ein alk-freies ist. Es sollte nicht unbedingt nur Wasser sein. Dann das ganze in die Presse und schon hat mer aus einem Gesetz, welches sowieso eingehalten werden muß... äh, verzeihung... sollte, eine wunderschöne Promoaktion gemacht, und zwar buindesweit. Dies könnte dem Bild von Frankfurt durchaus nutzen und dies käme doch nicht zuletzt auch der Gastronomie zu gute. Oder irre ich mich?
31.08.2002
Ich hab jetzt langsam den bösen Verdacht, dass der Hans die wesentlichen Unterschiede zwischen "Antwort", "Antwort an alle", "Weiterleiten" und "Löschen" nicht kennt, was sowohl die freizügig publizierte Privatkorrespondenz wie auch vollkommen sinnlose, bis auf ein komplettes Zitat einer beliebigen, vorangegangen Nachricht leere Antwortschreiben erklären würde. Und dann lernen wir bei Gelegenheit noch den Unterscheid zwischen Frankfurt und Köln.
31.08.2002
Gestern habe ich den Herrn Weiss bei einem Fest getroffen, das auch vom der-Hans mit seiner entlebensfreudizitären Gegenwart beschenkt wurde. Ich fand das ein ganz schreckliches Fest, nicht deswegen. Ich fürchte mich aber inzwischen vor dem geballten Formwillen, der dort anzutreffen war da gehts auch nicht darum, ob diie Musik überhaupt irgendWIE ist. Die Musik ist bei Morgen vollkommen wurscht. Ich-bin-auch-Architekt-und/oder-Designer
30.08.2002
Gestern habe ich den Hans auf der Gass' getroffen in Begleitung einer charmanten jungen Dame, die mir aber wie es schien äh, eher "nachdenklich" gegenüber eingestelllt war, da ich mit dem Hans eine musikalisch divergierende Diskussion führte. Jetzt ist es raus, warum der Hans seine Veranstaltungen unsinnlich (in beiderlei Sinne) gestaltet - der Hans wurde nämlich nicht müde, mehrfach zu Protokoll zu geben, dass er sich einer besseren, körperbetonten Zukunft mit den Perspektiven Wohlbefinden, Hochstimmung und Begeisterung verschlösse. Er hegt eine Aversion gegenüber jeglicher Lebensfreude, die den mannigfaltigen Rhythmen und Gesängen der traditionellen lateinamerikanischen, sowie griechischen (naja) Musik immanent ist. Arabische Musik, egal welcher Couleur, hingegen schätzt er sehr. Immerhin.
26.08.2002
Irgendwie ist es zwangsläufig. In absehbarer Zeit wird es sich unter allen frisch Zugezogenen, den HfG-Erstsemestern wie den Nachwuchsconsultants aus dem Schwabenländle herumsprechen wie ein Lauffeuer: "Was, Du suchst eine Wohnung? Ja, daaaaa musst Du mal bei Tresurbain schauen." Und so mutiert der Veranstaltungs- erst zum Wohnungsmarkt und der Wohnungsmarkt wieder zum Veranstaltungsbasar: Mitwohnen bei Alt-Trasurbainians wie Peter Weiss und Walter E. Baumann wird eine très chique Angelegenheit in der Frankfurter Szene; für eine Nacht mit Tim Wiengarten gehen hübsche Sümmchen über den Tisch und Kiffen mit Raddatz schlägt die schwülen Nächte im King Hutschikutschibutschi um Längen an lasziver Ausgelassenheit und exzessivem Genuss. ... Nur ganz wenige werden sich wehmütig an die Zeiten erinnern, als Frau Herrschaft noch stoffliche Zeichen setzte mit fulminanten Protestaustritten und Neid und Missgunst die erlesene Frankfurter DJ-Equipe sich um Fein- und Reinheiten von Übergängen zanken liess.
26.08.2002
In Offenbach gabs auch mal einen Verein "Hard und Heavy e.V.", den hatte ein stadtbekannter Busfahrer und Metal-Fan gegründet. Die haben auch Konzerte in der Suppenschüssel organisiert, bis der Busfahrer irgendwann mit der Vereinskasse durchgebrannt ist.
23.08.2002
Das Interieur war so gewählt, dass es JEDEM gefallen musste: Es gab eine Bar im vorderen Bereich, die den Charme von so Franchise-Cafés hatte. Plastikboden, Plastikbänke, Plastikbilder an den Plastikwänden ... Das architektonische Konzept scheint aber aufzugehen; schliesslich hat man es ja auch IN FRANKFURTS DERZEIT ANGESAGTESTEM HOUSE-CLUB FRANKFURTS, dem "Prestige" kongenial adaptiert. A propos "Prestige": der Claim von dem Schuppen ist ja auch irgendwas mit "Livestyle". Man beachte insbesondere das "v". Das ist schon irgendwie gewagt, aber auch much more sophisticated denn "Das quietschfidele Discostadl".
22.08.2002
Hab ich Dir mal die Geschichte erzählt, wie ich an irgendeinem "Black thursday" mit Angela und Connie da hin bin und wir nicht wussten, was da louss war? Lauter schwarzgekleidete, weissgetünchte Wesen, die zu Musik von The Mission usw. im Kreis taumelten. Dazu Schwarzlicht. An sich ja unproblematisch, wenn ich nicht in Unkenntnis der Umstände von Kopf bis Fuss weiss gekleidet gewesen wäre. Das war vielleich bescheuert! HAHAHAHAHA die debilen Trottel! - Zugegeben: Eine Country- und Western-Kneipe wäre mir lieber gewesen. Die hätten auch nicht so'n Theater an der Tür wegen meinem Pferd gemacht. Im übrigen empfehle ich in Kelkheim den City-Club.
20.08.2002
Das ist das Problem. House ist im Augenblick so superangesagt, das es schmerzt. House machen respektive zur Housemachendenszene dazuzugehören ist ne superelitäre Angelegenheit. Hype [house] lebt halt auch davon, dass man als enduser [hypejunkie] dem Hauch der Elite zu spüren glaubt, wenn an mit irgendetwas, das zu besagtem Komplex zu gehören vermutet wird, in Berührung kommt. Und wer dazugehören will, von dem kan man doch wohl erwarten, das richtige Equipment zu benutzen [anzuschaffen]. Sonst klappts auch nicht mit den Übergängen. Un da simmer schon wieder. MEHR UND MEHR UNTERHALTUNG!!!!!
17.08.2002
Lieber Herr M., es war nicht meine Absicht, so zu wirken, als würde ich mich in irgendeiner Form auf die Takeover-Lounge einschiessen, aber das Programm enthielt zugegebenerweise gewisse Schlüssel, die den Anlass für meine Meinungsäusserung vorstellten. Auch werfe ich Ihnen mitnichten ein Aufspringen auf abgefahrene Züge vor; ich verstehe, dass man sich, wenn man ein Publikum erreichen will, nicht von den Moden freisprechen kann und auf räumliche Begebenheiten, die schlussendlich erst einmal vorhanden sein müssen, zurückgreifen wird. Auch kann ich den humoristischen Aspekt besagter Wohnzimmerinstallation durchaus nachvollziehen, wenn auch die nachfolgende Attraktivität des Programmpunkts durch eine in anderen Kontexten angereicherten Aufwertung des Raums eine gewisse Entfremdung von Ihren eigentlich Intentionen mit sich ziehen könnte. Ich würde ihr Angebot, mir ein Autogramm des Gastgebers zukommen zu lassen, auch gern annehmen und es im gleichen Zug als künstlerisches Experiment mit lokalkritischem Ansatz auf Ebay versteigern. Den Erlös würde ich Ihnen zur Verfügung stellen; sei es als kleinen Beitrag zum Ausgleich pekuniärer Defizite, die im Rahmen der Takeover-Lounge entstehen mögen, oder als vorausgreifende Unterstützung kommender Veranstaltungen. Ihren Ansatz, eine ausgewählte Veranstaltung durch die Anwesenheit einer [m.E.] prominenten Persönlichkeit aufzuwerten, finde ich sehr lustig, wenn auch mehr unter dem Aspekt, inwieweit man dadurch eine Polarisierung der Publikumsmeinungen auslösen könnte. Also ich z.B. fühlte mich in meiner subkulturellen Identität durchaus berührt, als ich einmal feststellte, dass Moses P. die von mir besuchte Veranstaltung mit seiner seinerzeit fast omnipotenten Präsenz beschied, um einmal bei der Rödelheimer Sprechgesangsposse zu bleiben, aber an die unvermeidlichen Bauherren des Neuen Frankfurter Ostens auf angesagten Szene-Partys hatte man sich ja schliesslich auch irgendwie gewöhnen müssen. Dennoch bleibt ein schaler Nachgeschmack hinsichtlich jenes kultischen, der dem freien Spiel mit Strukturen in der Absicht, Neuland zu betreten, irgendwo auch Grenzen setzt. Wie gesagt: ich beziehe mich dabei gar nicht so sehr auf Ihr Programm. Ich schaue aber um mich und gebe nur zu bedenken. Mit freundlichem Gruss
17.08.2002
tja, herr b., obs wohl anstrengend ist, immer so schlechtgelaunt in die welt zu schaun? stell ich mir zumindest so vor. aber da du ja offensichtlich auf die takeover-lounge zielst ich les da gar nichts von sensation und ungewöhnlichen orten. uns gehts ja sonst mehr um das spiel mit strukturen und tatsächlich zuweilen auch orten. das klappt mal besser, mal gar nicht so what. bei einer lounge, die jeden tag eine woche lang wo anders ist, gehts allerdings vor allem um eine lounge. so schnöde. dafür ist das bier hoffentlich kalt, die musik gut, und dann musst du nicht die ganze zeit so grummelig sein. mal für eine party hans wohnung zu übernehmen, nachdem er seit jahren andere orte übernimmt, find ich tatsächlich ganz witzig. aber man kann ja unterschiedlichen humor haben. das mit dem personenkult hab ich jedenfalls anders in erinnerung. obwohl ich dir sicher ein autogramm besorgen kann. aber falls sich bei dem schönen wetter deine laune wieder bessert: ich glaube auch jenseit jeder theorie kann man mit dat politics, franz pomassl, frank bretschneider, oder auch den hörspielen von beck bis kaegi oder den wirklich ziemlich guten filmemachern mograbi und peters etc. sicher eine ganz nette woche verbringen. übrigens auch auf der sommerakademie, in deren kontext die lounge stattfindet. zum beispiel mit walid ra'as von der atlas group, oder bei den filmen von harun farocki etc. natürlich nur wenn man seinen lauerposten in der metzgerei aufgibt. aber man kann frau s. ja auch einfach mitbringen.
16.08.2002
Heute Mittag war ich per Zufall zeitgleich mit Sabrina S. bei der Metzgerei K. auf der Lorscher. Frau S. kann man, denke ich, durchaus als eine über die Grenzen Frankfurts hinaus bekannte Kulturschaffende [im weitesten Sinne] gelten lassen. Obwohl es ein mittleres Drama darstellte [denn ich hatte ein Bärenhunger], dass jene Person erstens von JEDER Sorte Wurst eine Scheibe verlangte und, zweitens, immer dann, wenn sie gerade fertig zu sein schien ["ja, das wärs dann"], wieder von vorne zu bestellen anfing ["ach halt, dann geben sie mir von der da auch noch äh, was isn des?" "Schweinebauch." "Och nee, dann ned, aber von der da..." usw.] ein Vorgang, der sich während meiner Anwesenheit allein vier- bis fünfmal wiederholte, und als ich kam, hatte sie schon ungefähr neun Kilo Wurst auf der Theke liegen! war die Situation an sich doch wesentlich natürlicher und ungezwungener als die repetitive, bis zur Qual ausufernde Eintönigkeit jener derzeit zum Feste feilgebotenen, "aussergewöhnlichen" Locations und des mir völlig unverständlichen Personenkults, der zurzeit in der Frankfurter "Szene" sein Unwesen treibt. Die 37. Veranstaltung, für die ein altehrwürdiger "off space" herhalten muss, ist halt einfach keine Veranstaltung an einem ungewöhnlichen Orte mehr; man glaubt ja kaum, wie schnell der Mensch sich an irgendwas, wie ungewöhnlich's auch sei, gewöhnt. Die Anpreisung einschlägiger Szenegastronomen als "Attraktion" bei Aufgüssen sich ehedem erfolgreich erweisender Veranstaltungskonzepte lässt ebenso Fragen offen wie die Alibi-"Kunst" rund um gewisse andere Hibbeldinger. Aber eine Führung durchs Wohnzimmer eines Partymachers ist natürlich eine absolute Sensation. Wobei, eine Revision der legendären Wurstsammlung von Schwester S. fände ich, für meinen Teil, dann doch anregender.
09.08.2002
bonjour der presse in deutschland, mit dieser mail mag ich dir von einem erneuten clubabend und zusammenlegung von >moderne bar< und >studiobar< bzw. von hans romanov und thomas klueber/matthias pfeifer. wie wir im nachhinein gesprochen haben (du warst leider verhindert), hattest du wohl von dem wahnsinnig erfolgreichen abend gehoert, die andere stadtpresse gab ueberraschenderweise lobeshymnen von sich. es stellte sich zwischen den beiden studibar-betreibern und mir eine superzusammenarbeit heraus. so weit gehend, dass die musik-hausanlage einer reparatur bedurfte. nun also soll aehnliche atmosphaere wiederholt werden, mit anderem live-musiker, naemlich >decomposed subsonic< und der >minimalen plattenauflegerin KRYSTYNA<. und ausserdem soll der sommer im september erst so richtig in seiner gaenze gestalt annehmen. material als attached liegt bei und liebe pressearbeiter, auch diesmal wieder herzlich eingeladen von thomas klueber, matthias pfeifer und mir. bis dahin der hans r. ps. schreibt mir eine email, bitte, ich werfe euch virtuell in die guestlistbox. danke der hans r.
05.08.2002
Die gnädige Bewertung eines Ortes durch 10 Euromanov stellt nicht etwa für das gelobte Stück Land eine Aufwertung dar, sondern ausschliesslich für den Adressaten, denn wenn er seine Stimme an ihn richtet, ist man wer! und fühlt sich einerseits aus Solidariät nahezu verpflichtet, das Edward 37 Grad Exhumierungsfestival nicht zu versäumen, und andererseits, um seiner offensichtlichen, willkürlich-zielgerichteten und doch gern angenommenen Zuschreibung zu genügen denn wer fühlt sich nicht gern als Teil des "dazu" und sehen und gesehen werden gibts nur innerhalb der Umzäunung. Da offenbart sich die Doppelmoral der "Szene", die auf ihre Art den Tanz aufführt, den sie in den anderen Subkulturen verteufelt - aber solange die Flöte aus LKW-Plane ist und nicht aus Silber, geht das natürlich in Ordnung, egal, ob nur fieses Geräusch herauskommt. [Diese Information wurde nicht vom Amt für Distinktionsschübe für Leute, die ihre Aufwertung in vollkommen anderen Bereichen durch das Vorhandensein bestimmter Strukturen in den eigenen Bereichen, aber sind sie eigen oder werden sie nur eigen gemacht? zu erzielen glauben, gefördert.]
01.08.2002
Ok, seit wann es die Stute gibt ist unklar. Das Pferd wurde laut Wirt in der Kneipe gezeugt und dann das ganze Leben am Tresen gehalten, so daß der Transport IN die Kneipe erklärbar wird, weil entfallen. Früher stand da noch eine Jukebox, deren einzig erträglicher Song "Ca plane pour moi" von Plastic Betrand war. Stammtrinker Gallus Günther erinnert sich gerne an die donnerstäglichen Besäufnisse mit seinem engeren Freunden, die letztlich die Basis für den heute noch agierenden Lay Screaming Ballroom (1. Do im Monat) legten. Parallel zu diesem Zechen begann eine Gruppe um die späteren Superstar Rockmagazin Herausgeber, samstags dort Schallplatten aufzulegen. Die Anlage bestand aus einem Receiver mit 25 Kilo Lebendgewicht, zwei Plattenspielern und wahlweise vielen Boxen. Die Unzuverlässigkeit der Anlage sollte noch zum ein oder anderen Schenkelklopfer führen; durch die stark verrauchte und feuchte Luft krepieren die Anlagebestandteile regelmäßig. Bisheriger Rekord sind 3 (!) Plattenspieler an EINEM Abend, die zerschossen wurden. ...
25.07.2002
Tja; das ist sicherlich symptomatisch, aber aus poststrukturalistischer Tanzveranstaltungsbesucherperspektive muss man sich dabei schon an die eigene weisse Nase fassen was denkst Du denn, denken die schick angezogenen Trantüten von den hochnäsigen Funzeln in Klamotten aus der Mülltonne?
25.07.2002
Also der annern Flyer, den ich grad bekommen habe, sagt mir auch scho' mal gar nix. Ein leicht verloren wirkender Junge steht in Kunstbetrieb-ist-auch-nur-Machismo-tarnt-sich-aber-besser-Pose neben zwei monochromen und totally eckigen Vierecken, offensichtlich eins mit heller und das andere mit dunkler Substanz bestrichen. Und um was für Musik es geht, ist dem auch nicht zu entnehmen; steht nämlich übehrhauptnix dabei, was die Frage aufwirft, was ich überhaupt mit denne Foddo soll. Hibbelmusik mit Bossert-Übergängen, könnte man vermuten, Hauptsach' von a'Mädsche gemacht. Aber irgendwie ist das wichtiger als wennsd' Coenen sey Info bisserl zuspitzt Ein Nestbeschmutzer
25.07.2002
Also ich persönlich finde es schlimm, wenn der DJ bei Ausübung seiner Tätigkeit auf einem Barhocker sitzt, anstatt das Haus zu rocken. Aus Protest gegen diese weit verbreitete Haltung werden im symbolischen Akt der Übertreibung da'Flaschna, St. Heszling und ich heute Abend im Liegen auflegen und Herr Schumann wird NICHT geweckt, wenn sich ein Gast an den Tresen verirren sollte. Und dazu läuft AUSSCHLIESSLICH Johhny Cash. So. Da hast Du's.
24.07.2002
Also im Rahmen eines strukturalistischen Authentizitätsanspruchs kann man Detroit style eigentlich nur an Orten objektiv würdigen, die nicht Detroit selbst sind. Also wäre das Spam Lord eigentlich ganz OK; ich selbst mag es z.B. nicht.
11.07.2002
Wir sind doch echt Schweine. Stellt euch vor, ihr zieht in eine andere Stadt, wo ihr keine Sau kennt, habt aber mitgekriegt, dass es da Menschen gibt, die übers Internet Veranstaltungstipps austauschen, die genau solche Veranstaltungen betreffen, die ihr selbst gerne besuchen würdet. Zugegeben; nicht jedermanns Sache ists, originelle und intellektuell hochwertige Texte zu verfassen, aber das ist für diesen Zweck auch nicht zwingend notwendig. Es ist halt symptomatisch für Frankfurt, die Stadt der Zugezogenen, dass immer, wenn's mal locker wird, die Leute schreien: Iiiih, pfui bääh, fass mich nicht an! und dann geht das Gejammer wieder los von wegen Köln, der coolsten Stadt der Welt. Egal. Die Laptopmädels haben sich eh längst wieder abgemeldet und wir sind schuld, dass sie jetzt tatsächlich an diese grosszügigen Herren geraten werden und mit ihnen in die Sauna gehen müssen, anstatt sich, uns und Carl Craig im Wasweissich zu erfreuen. Aus Protest gehe ich morgen in den Puff. Jawoll.
08.07.2002
Ich find ja viel krasser, dass Frauen zwei Euro weniger zahlen müssen als Männer. Wie bescheuert isn des! Machen die jetzt auch "Table dance"? Ist es ein "Lockangebot"? Sind Frauen [aus Sicht eines um ein "sinnvolles" Geschlechterverhältnis bemühter Gastronomen] wertvoller [weil rar] oder weniger wertvoll [weil Ware] als Männer? Und wie ist das mit total "hässlichen" Frauen? Muss der Veranstalter dann trotzdem "in den sauren Apfel beissen"? Tieren? Ausländern? Triebgestörten, atavistischen Schweinen wie mir? 100 Euro?
23.06.2002
* vier überfüllte Aschenbecher
* etwa fuenf Dutzend einzelne Zigarettenkippen auf dem Fussboden verteilt
* dreizehn Brandlöcher im Teppich
* zweiunddreissig halbleere Bierflaschen
* zweihundertfuenfundvierzig ganz leere Bierflaschen
* drei zerbrochene Bierflaschen
* eine Sektflasche halbvoll mit Zigarettenkippen
* eine fast leere Cognac-Karaffe mit einer Zigarettenkippe darin
* ein Lippenstiftabdruck an der Tapete
* ein Motorradhelm
* ein Schluesselbund
* ein unbekannter schlafender Mann
* eine Kugelschreiber-Aufschrift "Ich will ficken!!!" an der Tapete
* ein unbenutztes R1-Kondom
* zwei Musikcasetten, aus denen das Band heraushaengt
* elf Schallplatten, wo die Huelle fehlt
* eine auf deem Teppich zertretene Bullette
* ein aus der Verankerung gerissener Klorollenhalter
* eine Klobuerste auf dem Flur
* zwei leere Bockwurstglaeser
* eine leere Packung Spaghetti
* viele zerbrochene Spaghettis auf dem Kuechenfussboden
* Erbrochenes in der Abstellkammer
* ein Wischlappen vor der Abstellkammer
* eine angeschaltete Kaffeemaschine
* kein Kaffee
* Eierschalen voller Zigarettenkippen
* Ein Zettel mit der Nachricht "Wir kommen dann zum Restetrinken"
20.05.2002
.... Damit hat der Frankfurter bekanntlich ein Problem. Ich erinnere mich an das AStA-FEst vor ein, zwei Jahren, bei dem Carl Craig den Keller vom KOZ gerockt hat. Leider nur den Keller; ausser der Barfrau und mir war die meiste Zeit noch 1 weiterer Gast anwesend. Ab und zu kamen kleine Grüppchen, "Cliquen" junger Leute runter, stellte fest, dass dort sehr ernsthaft Musik vorgespielt wurde und kein Halligalli stattfand, und verzogen sich wieder in Richtung Halligalli. Nach einer Stunde kamen zwar noch ein paar Leute, aber da hatte der amerikanische Star-DJ dann auch keinen Bock mehr. [...] Das Phrankfurter Problem wird auch nicht durch die institutionalisierte Verblödung durch irgendwelchen Clubs gelöst, denen nix besseres mehr einfällt, als "Sonnenbrillenpartys" zu veranstalten. [...] Pharisäer und Hysteriker; Ihr Einsatz, bitte! [...]
19.05.2002
... Die selten, aber doch regelmäßig auftretenden Fragen nach Rezensionen von Veranstaltungen erhitzen die Gemüter nicht minder wie ein Kommentar nicht-veranstaltungsankündigungsspezifischen Inhalts. Insofern kann man daraus folgern: Der typische Tresurbainian setzt Veranstaltungshinweise maximal zu Veranstaltungsbesuchen um, verweigert sich aber der weiterführenden Auseinandersetzung mit seinem Tun. Ich persönlich finde es ja gut, wenn man sich darüber hinaus auch damit beschäftigt, wo man hingeht bzw. wo man nicht hingegangen ist. Dies steht gewissen Gruppenhygienebemühungen allerdings entgegen. Leider.
19.05.2002
..., ich muss doch noch mal auf die notwendige Hygiene der Inhalte hinweisen. Du kannst nicht einfach hier reinplatzen und was intelligentes schreiben, auch wenn es einen entfernten Veranstaltungsbezug hat. Hier dürfen ausschliesslich Veranstaltungsankündogungen gepostet werden; eine darüber hinausgehende Beschäftigung mit den Themen oder dem Sinn von Veranstaltungen ist unerwünscht. Wo kommen wir denn da hin!
10.03.2002
Der Unterschied zwischen einer Metropole und einer Metropole in Ausbildung ist das Vorhandensein von Goldfingern in Funktion einer ganz normalen Kneipe, in der man sein Bier trinkt, weil man es dazu gerade mal ein bisschen plüschiger haben möchte. In London oder Berlin trinkt man also in plüschiger Umgebung bei plüschiger Musik ein plüschiges Bier, weil einem das in diesem Moment so ein angenehm plüschiges Gefühl gibt weshalb man eben heute da hingeht und nicht woanders. In Frankfurt hingegen nimmt man eine Bar, in der ansonsten engagierte Frauen auf samtbezogenen Tischen mit rundumlaufender Kotzrinne tanzen und macht daraus ein temporäres Event. Zum Wesen eines Events gehört allerdings, dass in dieser temporär zweckentfremdeten, eigenplüschigen Umgebung vollkommen unplüschige Musik aus einem Laptop läuft und/oder eine spezielle Performance vorgetragen wird, doch dazu später mehr. Die Stimmung ist die eines Wartesaals. Die Anwesenden scheinen alle auf irgend etwas zu warten, was doch nie kommen wird. Dadurch wird Kommunikation an sich bereits ausgeschlossen, da sie das aktive Warten unterbinden würde. Man schaut erwartungsvoll in Richtung Tür oder auch mal in den Raum, doch auch die Neuankömmlinge gehen übergangslos in den Wartenden auf, werden von der Situation vollkommen assimiliert. Der eine oder andere ist über diese verlängerte Adoleszenz des Wartenden erhaben, spricht kurz mit seinesgleichen (Diederichsen prägte 1985 der Begriff der "Großfreunde", ein Prinzip, das durchaus auch auf das Verhalten von Kunstschaffenden im Freigang anzuwenden ist) und entzieht sich schnell wieder dem Moment, sofern noch nicht die Grenze überschritten ist, die den Wartesaal in Plüsch wieder seiner eigentlichen Intention zurückführt: der einer urbanen Tränke mit den qualitativ unschlagbaren Argumenten: Es ist laut, es sind Menschen, es gibt Bier. Später wird die Zusammensetzung des Publikums kippen: mehr und mehr Menschen werden sich in somnambulen Akten einer auf intellektueller Ebene im nachhinein nicht reproduzierbaren Verbrüderung sinnlos betrinken, die einen, weil sie dazu gekommen sind, die anderen, weil sie beim Warten zu den einen geworden sind. Die Musik ist elektronisch; klar, wie soll sie sonst sein, wenn sie aus einem Laptop kommt? Auf gar keinen Fall plüschig. Das gehört zum Konzept. Ein Mensch mit wirrem Haar, überdimensionierter Sonnenbrille und auffälligem Verhalten führt eine mehr oder weniger exotische kleine Trommel bei sich, auf die er ab und zu unvermitttelt und bar jeglichen Rhythmusgefühls einschlägt, um ebenso unvermittelt wieder damit aufzuhören, der eine oder andere Gast verhält sich konform und tut es ihm gleich. Gehört die geschmackliche Provokation dieser Erscheinung zum Konzept? Sind die Betreiber dieses sich selbst auferlegten Prinzips des subkulturellen Wartesaals bereits so überdrüssig, dass sie diesen Trick anwenden, um das Publikum zum eigenmächtigen Aufgehen in der Situation zu motivieren? Jemand könnte doch endlich die Trommel ergreifen und damit auf den Sonnenbebrillten einschlagen! Nein, der Chef kommt irgendwann und nimmt dem Wesen das Schlagwerk weg, um von diesem darauf hin zum hinteren Teil der Räumlichkeiten verfolgt zu werden. Der Vorgang entzieht sich der Wahrnehmung der Beobachter, die sich den Wartenden um sie herum insoweit angepasst haben, dass inzwischen auch sie nur noch darauf warten, dass irgend etwas passieren möge. Doch es kam schlimmer. Plötzlich und unangekündigt bemüht sich eine weibliche Stimme zu erheben, die leise und unter heftigem Rückkopplungskreischen der erbarmenswert missbrauchten Technik anfängt, einen Text zu rezitieren. Das Wort "Schwanz" kann erkannt werden, mehrmals, eine zerhackte Geschichte baut sich auf, um ebenso plötzlich wieder in heftiges elektronisches Geräusch überzugehen, beides im folgenden mehrmaligen Wechsel. Nein, die Geschichte ist nicht wirklich gut, nicht einmal ansatzweise interessant; zerrissene Eindrücke, die den Zuhörer fragen machen, was ist diesem Menschen nur in seinem Leben zugestoßen. Es ist so schlecht, dass ein wie auch immer gearteter Kunstanspruch selbst mit größtem Wohlwollen nicht abgeleitet werden kann. Die Frau, bewehrt mit dunkler Sonnenbrille und einer Schirmmütze, liest aus einem dicken Manuskript, und das ist das eigentlich Erschütternde bei der Sache. Niemand braucht dazu ein Manunskript. Das Publikum reagiert von amüsiert bis genervt, die Klasse der Erhabenen unterhält sich derweil weiter, die Performance einfach ignorierend. Die Vermutung drängt sich auf, dass die dilettantisch und mit weiteren Schwänzen bemalten Leinwände an den Wänden auch von der tragischen Person stammen könnten, die Frage im Raum unbeantwortet lassend, ob sie zur "normalen" Ausstattung des Lokals gehören oder eigens im Rahmen des Events appliziert wurden, um das Wesen des Lokals im ursprünglichen Sinne in der Übertreibung sichtbar zu machen und im Umgang mit der Frage an sich wieder zu diffundieren. Vielleicht sollte es ja auch einfach nur cool und lustig sein. Es bleiben viele Fragen offen, der Besucher nimmt ihren flüchtigen Eindruck mit auf den Heimweg; die Nachtluft spült die unbefriedigenden Reste des angebrochenen Abends hinweg und abstrahiert diese hegemoniale Problematik des urbanen Zwangs, ein solches Event auf Grund seiner bekannten, zeitlichen Begrenzung einer temporären Institution so intensiv und oft auszukosten, um das schale Gefühl zu betäuben, dass man dazu verdammt ist, in dieser niemals erwachsenen Stadt zu leben.
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"Hier wird nicht getanzt!" [James Dean Brown, GOTO, 28.03.2003]