[06.02.2003] Das grösste Problem des Frankfurter Nachtlebens ist mangelnde sexuelle Unzucht. Abend für Abend sind tausende unschuldiger, junger Menschen unterwegs, um Befriedigung ihrer triebhaft-erotischen Bedürfnisse zu finden. In der Regel mit bescheidenem Erfolg, die niedrige Dunkelziffer dabei berücksichtigt. Jetzt versucht ein proinenter Bürger der Stadt, diese konzertierte Unterdrückung von sexueller Freizügigkeit in einem der traditionsreichsten Stadtviertel zu unterwandern. Der Frankfurter Tonkünstler Stefan Beck, der mit verschiedenen aufrühreneden Aktionen bekannt geworden ist, hat in der Oppenheimer Strasse eine Sex-Klinik eröffnet, in deren Räumlichkeiten nicht nur ausufernde Promiskuität, sondern auch jegliche Art von Körpermodifikationen an Frankfurter Clubbetreibern vollzogen werden soll. Deshalb appellieren wir an alle liberalen Mitbürgerinnen und Mitbüger: Unterstützt trudi.sozial! Denn trudi.sozial richtet sich gegen anti-soziale Vergnügunspraktiken! - Erste erschütternde Aufnahmen aus der legendären Goldfinger Bar liegen nun vor.Beobachtungen \ Dechiffrierung von Eigenschaften oder Verhaltensweisen bei Menschen oder TierenBemerkungen \ Notizen, Thesen, Meinungen, TatsachenZeichen \ Gesellschaftlich relevante Themen und TechnologienStreifzüge durch Frankfurt \ Recreaton \ Style \ Unerwarteter TodMoment \ Aufnahmen urbanen LebensSymptomCollabor Playground \ kommunikation@gesellschaft Soziologie, Telematik, Kulturwissenschaftliga6000 zielgruppe? wasen das? vielleicht: leute wie wir? aber welches projekt kennst du denn, das lokal verankert ist (naja, sein will...) aber auf höherem und popkulturellerem niveau als die onlineversionen der hiesigen nulpenmags, redaktionell bearbeitet (also nicht die 5000ste tresurbain-liste) aber auch nicht spezialisiert (the thing oder diskus) und journalisisch mehr als künstlerisch-wirr (copyriot) [Die kluge Brust; Juni 2002]Frankfurter Kueche \ Frankfurter Kultur Forsching und Leere \ Iconic Turn \ Netzspannung \ Tuepflis Global Village Library Lrrrrrm \ Brack Industries \ Disco Briut \ Karl Mohr \ L'audible \ Underscan \ tfsm mfoc \ cmyk \ Subrosa \ Auf Abwegen \ Ocean Club \ Toek \ Bourbaki ChairTronix \ ContourSoundtoys \ Metallurgie]Privatinitiativen \ Raumpool \ Concrete Machine \ Berliner Unterwelten \ Institut für trasakustische Forschung \ Diskurs2002 Kunstprogramming \ Elektroquirl Baumann \ Frankfurter Kunstverein \ Whitney Biennallia.sil \ King of the HillJochem Hendricks \ ::: Korea Web Art Festival ::: 0100101110101101 \ 1000 Ridiculous Tragedies \ 5o5o \ 6th International Browserday \ Jodi \ 8081Acrylnimbus \ Alke Brinkmann \ Eduardo Kac \ Arosa 2000 \ Arteplage Mobile \ Audiohyperspace \ Nahtzugabe \ AugenblutenBembelterror \ Betacity \ Blinc \ Blinkenlights \ BootlabChromosome \ Greyscale \ Datenstrudel \ Dead Chickens \ Der Reisende \ Doklomenta \ Dream 7 \ David Carson DesignSalty PeriferieEtxtremeprogramming \ HP Museum \ NanoloopEselGabba \ Genesis P-OrridgeHeavyprogramming \ Hermes Phettberg \ Hirntransplantation \ Hyper DisInfluxus Vidok Textz \ Ja Da \ Jörg PiringerKiosk \ Klub KiewUebermorgenMachfeld \ Marc BehrensMeta \ Metempsychosis \ Micromusic \ ModukitNeoism \ Nettime \ Netzkunst WoerterBuch \ Next MoviesOdem \ Public Netbase \ ShifttextzRobohome \ Rotari \ Ruine der KünsteBiterrorSalbader \ Satt \ Space Invaders \ Station Rose \ Stefan Beck \ SudelbuchT.L.J. Project \ Tom HumphriesUn-Orte \ Untitled Game \ Urban DriftTravellabVarious Euro \ Vectorlounge \ Verybusy \ Vertu \ Vuk CosicWahnsinnbbooksYugo Nakamura \ Young-Hae ChangThe New Museum, SoHo, New YorkVon der Ästhetik zur Impulsverhaltung des Kunstmarketings: Wenn auf jeder Kaufhausplastiktüte im Rahmen einer Koop-Promotion mit der Schirn "kaufmich" draufsteht und dies in der Praxis nur als Koop-Promotion der Kaufhäuser untereinander wahrgenommen wird, hat das Ganze recht wenig Effekt für den ursprünglich zu stützenden Kunstbetrieb. Immerhin für den lokalen Einzelhandel; unverkannbar. – ?StädelZerstreut \ Abstrus \ Cristallobar, Mousonturm, SoHo, New York, GeramnyKunstverein WolfsburgInterficion IX Rundumblick \ Bay Area \ Narco \ Guerilla \Österreich-Ungarn \ Standard \ Popo \ Monochrom \Gehen Sie nachts durch den offenen Säulengang vor der Deutschen Bibiothek. Halten Sie sich dabei ein Auge zu und versuchen Sie sich vorzustellen, alles, was Sie sehen, geschähe auf einer Leinwand.Setzen Sie sich in die S-Bahn mit dem Rücken zur Fahrtrichtung. Blicken Sie konzentriert in Ihren Schoss und versuchen Sie, ohen den Blick abzuwenden, festzustellen, wo Sie gerade entlangfahren. Es ist eine Gegend, die Sie zwar wahrnehmen und zu kennen glauben, aber in der Sie noch nie zuvor waren.Newsgroups | Anprangerung | n0name | Rohrpost | Thing Frankfurt | trashDas Seminar; RadioX, Protokollvom 08. März 2002Jetzt beschreibt Stefan gerade so ein bisschen die Geschichte, wie das so kam und von seinem Lehrauftrag irgendwo, weshalb er das Konzept unterbrechen musste, aber inzwischen gab es schon ganz sdchon viele Sendungen mit ihm ganz alleine, auch mit merkwürdigen Situationen ohne gegenüber. Eigentlich müsste ich ja jetzt was arbeiten, hier in meiner notdürftig gestalteten Box mit den Glasfenstern, aber ich habe überhaupt keine Lust und höre lieber dieser schicken Sendung zu. Es ist an sich auch ganz schön vertraut, zuzuhören, wie Stefan erzählt, wie er eine andere vertraute Situation beschreibt; eigentlich könnte ich gleich mal anrufen, nein, ich wurde unterbrochen, denn er hat gerade aufgefordert, mitzustenografieren, was ich lustigerweise ja gerade mache, und ihm ein Fax zu schicken. Das ist jetzt durch, aber der Mensch erzählt immer noch von Nietzsche, aber was, hab ich nicht ganz mitbekommen. Jetzt macht er Pausen, weil die wären auch wichtig. Aber für die Sendung auch eigentlich unwichtig. Uiuiui, Meta-Mitteilungen ... das ist total schwierig, mitzuschreiben und gleichzeitig auch den Sinn irgendwie aufzunehmen, zwei Sachen gleichzeitig, jetzt schreibe ich nicht mehr nur mit, nein, ich denke auch meine eigenen Gedanken parallel, beides vermischt sich wie Wasser und Äther, Sprache, Mirkrofon, Telefon, Tastatur, Massenmedien, ich kann nur hören, aber nicht sehen. Wann liest der endlich mein Fax, ich komme mir so allein vor. Jetzt ist der Stefan grad im Radio, stimmt. Erst zehn Minuten, das zieht sich ja. Akustikdämmplatten voller Leuchtdioden, so wie Kerzen für Seeleute, Brecht, Marx, Hanni und Nanni in der Marx-Buchhandluing voller Hin-und-her und Senderinnenhörerinnenhörersender, breitbandig miteinander kommunizierend, absolut praktikabel, theoretisch wie praktisch und jetzt habe ich eine SMS bekommen. M. hat eine 1,0 in der Magisterarbeit. Wow. Trotz meiner Fehler. Faden verloren, kleine Grüppchen; keine Ahnung. Totale Komunikation, nur mit mir nicht mehr. Entropie in offenen Systemen. Irgdwie sind das doch nur überlappende, doch in sich abgeschlossene Systeme, also da, wo ICH jetzt bin, in meinem teiloffenen, geflockten, kristallinen Denkwirrwarr. "Optimalst" gibts nicht. Was erzählt der. Jetzt wiederholt er sich. HA! Jetzt erzählt er vom Boss vom Klaus, glaube ich, dem ollen Ordnungsamtsverfassungsgerichtler. Nachttanz Parade, jetzt windet sich der Beck. Ah, Herr Wentz wird angeprangert wg. dem Portikus. Es sind immer die selben Sachen, die sich hier und anderswo im Kreis drehen. Kunst, Kultur, die Abschaffung der Künstler durch die Politiker, drehen wirs noch ein bisschen um den Brief des Ordnungsamts und jetzt wird die Rummeltanzveranstaltung zu einer privaten Rummelveranstaltung. Sentimentales Gefusel, spontan 1995 durch die Mendelssohnstraße, egal, RUHERUHERUHERUHERUHE [... sich mal unter die "einfachen leute" zu mischen; frass aus der dose statt lachs und kaviar. ----- Womit der leichenschmaus eine weitere sinngebung erfährt.] Aber auch die Narretei; man gibt dem Künstler – dem Hofnarren – die Möglichkeit, sich zu produzieren zum Ergötzen der Saturierten, aber wehe!, mache er nur den Versuch, etwas zu verändern. – Insofern stellt sich die Frage für die Estrichbeschütter auch gar nicht, ist es nicht Ehre genug, vom König selbst in den Stand des "approved artist" erhoben zu werden? – In Frankfurt und nicht nur tatsächlich ein unbestrittenes Verkaufsargument. Was man neu hat, wird gezeigt und herumgereicht und ist übrigens auch nit zu trennen von seinem Schöpfer und zack mischt man sich chique unter seinesgeleichen und schmaust auch mal timmgierig aus der Dose. [12.06.2002] Und Selbstbeweihräucherung, bitteschön. Kunstverein ist inzwischen fast so cool wie Partymachen. Wichtig: kein Humor, nur offen zur Schau gestelltes Grossfreundethum [nach Diederichsen, 1981]. Sind wir nicht alles irgendwie Kinder der Siebziger? [01.10.2002] Herr Schafhausen hat mir und anderen einen nichteinmal besonders netten Brief geschrieben, um für eine Mitgliedschaft in seinem Kunstverein zu werben. Dem war eine hübsche kleine Broschüre beigelegt, mit aufwändiger Befärbung und wenig Argument. Ja, de Ursprünge der KVs liegen im privaten Engagemt vergangener Jahrhunderte und das haben sie mit dem Städel gemeinsam. Ja, und? Wenn ich mal davon ausgehe, dass ca. 3.000 Leute diesen Brief [dessen Versand freundlicherweise die Dresdner Bank übenommen hat und deren Adressaten offensichtlich aus der Mitgliederkartei des Städelschen Museums-Vereins stammen] erhalten haben und vielleicht 150 daraufhin dem Kunstverein beitreten [und das wäre eine hohe Quote!], dann spült das im ersten Jahr TEUR 12 in die Kasse. Es bleibt ein vages Gefühl, die Betörung seiner selbst mitfinanziert zu haben, auch wenn die rührigen der ausführenden Unternehmen sicherlich alles umsonst gemacht haben; zwar immer an der Oberfläche, doch auf keinen Fall vergebens! [13.06.2002] 10 Euro bitte. [01.07.2002] Sie müssen sich das so vorstellen: Ich wurde nicht 1984 an der Düsseldorfer Kunstakademie entdeckt; und Kasper König machte auch nicht meine Karriere, sondern die von jemand anderem. Zu mir kamen die Herren von der Bundesvereinigung Deutscher Industrieller nicht ins Atelier und steckten mir dezent ihre Visitenkarten zu, und keiner sagte: Also wenn Sie mal was brauchen, hier ist meine Telefonnummer. [Frankfurter Künstler, Prototyp] | Du musst dass Prinzip des Basars, den Du gestern Abend besucht hast, einmal genauer beobachten und schauen, ob Du da nicht eine erquickliche Transformation zum Monetären hinbekommst. Das Hin- und Herhuschen der Menschen wie Honigbienen in einem Bienenstock, allzeit damit beschäftigt, Information von einem zum anderen tragen, in kleinen Grüppchen die gesammelte Information zu verarbeiten und ab und an alleine zu reflektieren und dadurch neue Information schaffen, um wieder emsig durcheinander zu wuseln. Leider hast Du zu sehr versucht, Teil dieser Ökonomie zu werden mit deinem zweimaligen Positionswechsel, als dass Du das Prinzip hättest in ausreichender Tiefe durchdringen zu können. [Derzeit definitert sich der Wert einer Information durch eine Funktion von Weg und Frequenz, aber es könnte möglich sein, auf dem umgekehrten Wege daraus Kapital zu sieben.] | Einstellungsvoraussetzung: Abgeschlossenes Hochschulstudium mit Abschluss Magister, Diplom oder Staatsexamen in dem Bereich Kunst, Design, Kulturwissenschaften sowie sehr gute Kenntnisse der Schleimbeutelei in Wort und Schrift | Also ich, wenn ICH Künstler wäre und dies auch total bewusst und überzeugt, käme nie auf die Idee, mir einen solchen Platz bei einer Biennale zu ersteigern; ich würde erwarten, dass man mir die Bitte um meine Teilnahme auf einem silbernen Tablett schickt. Insofern war die Idee mit der Free Manifesta eine gute Sache. Sie hat nämlich gezeigt, dass nicht überall Kunst drin ist, wo auch Kunst draufsteht. Eigentlich ein Armutszeugnis, weil Frau Randolph und sicher einige andere haben nicht verstanden, dass der Sinn der Aktion ihre Verweigerung gewesen wäre. [General McArthur Cravan] | What are the couple doing in that picture? | Anti-communist propaganda? | Titts and asses! | What's that? | Titts and asses! [Lenny Bruce] | Ich kümmere mich nicht um den Feminismus, der dies und jenes sagt. Lust haben ist reizvoll. [Nobuyoshi Araki] | Dear artist, thank you very much for your interest in MANIFESTA 4 SCHLUSSJETZT | Also ich finde es gut, wenn sich die ästhetische Essenz der vergangenen Jahrtausende in einem Stück Blech manifestiert, dessen zeitlose Schönheit und technische Potenz mehr ist als nur Denkmal der indurstriellen Revolution, sondern etwas Höheres und Dauerhafteres auszudrücken vermag als der kurzzeitige Distinktionspeak eines vorbeihuschenden Balletabends, auch indem es der Gesellschaft seinen metallenen Spiegel vorhält, ehe es mit donnergleichem Getöse am Horizont entschwindet. | Ich möchte an dieser Stelle auch mal die Werbung für die M4 anprangern. Grosse Plakate, die ein graues Schmuddelfoto eines winzigen, am Horizont verschwindenden Schmuddelfrankfurts bei richtigem grauem Schmuddelwetter zeigen, eine Zwergenschrift, die auf die Veranstaltung verweist, ANSTATT LAUT UND DEUTLICH ZU SAGEN, WAS MAN DEN MENSCHEN MITTEILEN MÖCHTE und zwei lieblos hingeklatschte Pfeile aus der Achtzigerkiste Zapf Dingbats – ein Trauerspiel. Nix für Ungut, aber zur Bewerbung einer Europäischen Biennale zeitgenössischer Kunst sollte man gerade die Werbung weder an hungernde Künstler, noch an hungrige Kunststudenten deligieren, sondern am besten an richtig schön abgewichste Werber. Sonst kriegt nämlich keiner was davon mit, wenn die Kommunikation erst einmal in konzeptioneller Gnade und neorealistischer Wahrheit gestorben istim Schlabberanzug auf dem Balkonschüttel RUHERUHERUHERUHE – ein kommunikativ-pragmatisches Paradox, eine pikante Situation, aber die Anwohner benahmen sich wohl gerade wie der Grzybowsky mit seiner RUHEfilternummer gestern hier in dem System. Stefan, hör doch einfach auf. Sprechend, denkend, aufhörend, ein Dreissigminutenei. 95, 96. Jetzt beginnt mein Job zu leiden unter der Kunst, der Portikus wird geschlossen, aber woher soll's denn kommen wenn ich meinen Job riskiere zu diesem zweifelhaften Kunsterguss, parallel zu Stefans Sendung, auch hier wird man doch nur meinen agressiven Exhibitionismus sehen, bin ich ja auch die vergangenen zehn Jahre nicht durch die polititsche Stadt gerannt und habe geschrien ALLESWASICHMACHEISTKUNSTKUNSTKUST Sach doch was. Jou, mal ein paar Kraftausdrücke zur Nachttanzdemo, wieder. Aufgesetze Politik, oder nur noch am Rande der zwei Fraktionen, jetzt ist ihm schlecht bei den Politics of Däncing, nicht wegen der Kommerzialisierung, gleich wird der Kerschbaumer angeprangert, nein, knapp am Namen vorbeigeschliddert, die anderen aber genauso mit ihrem Gerede der Privatisierung der Öffentlichkeit. Genau. Nichts davon war in Tresurbain zu spüren, lesen. Hinterher habens wieder alle viel besser gewusst, gehn wir ein Bier auf der Zeil trinken, organisieren wir uns, auch das ist Politik. Ich sollte mich mal ablösen lassen, aber wo kriege ich jetzt so schnell den Weinflasch oder einen anderen her, der den nötigen Sinn-Sinn für so etwas hätte, das ist jetzt MEINE Problematik, nicht die der Nachttanzdemo – ich denke mir auch gerade, na ja. Servilität, wir machen's euch, wie's euch passt. Kinderzimmer in die Clubs! Cool und ungezwungen auf dem Flokati, das klingt soch sehr nach SUPER Senator Lounging internationaler Kaffeehauswarmesflaschenbierkultur. Nein, Stefan darf nicht DJ sein, nicht nachts auflegen, malträtieren, plagen, soll er doch in die Schirn, aber das sind jetzt schon wieder meine Gedanken, das ist nicht einfach, einfach nur die gesprochenen Gedanken eines unsichtbaren in einem kleinen grünen Kasten, auch wenn er sich gerade verspricht und dadurch wieder etwas Menschliches bekommt, in mein Denken vorprescht, zu trennen, wo war der Anfang von dem Satz. Er würde es verstehen, aber sonst hier irgendjemand? Dauerberieselung, pladdernde Buchstaben in den Bildschirm. Wen interessiert denn schon die Schirn, aber klar ist doch, WIE diese Künstler, Musiker, "repräsentativ" für die momentane Situation, klar, wie die da reingekommen sind wie die Schallplattensammlung von dieser Bedientussi ins Museum für Moderne Kunst, aber das ist auch anprangerungswürdig, weil komplett durchkommerzialisiert auf dieser Leidensschiene des finanziell minderbemitelten, öffentlichen KUNSTraums. Ab auf die Mathildenhöhe, ist wenigstens schön weit weg, oder besser Wilhelmshöhe, Kattenbeat, Biologie, 100 Jahre Eintracht und wieder Nietzsche oder ich habe mich verhört denn der Zusammenhang ist mir jetzt gar nicht mehr klar. Naturgemäße Kleidung. Ha! Entengebilde, dazu könnte ich noch was sagen. Demokratie, religiöse Splitergruppen, was kann ich noch dazu beitragen, was ist mein Reformansatz? Vor hundert Jahren war die Reformbewegung so ungeheuer erfolgreich. Nacktbaden an einem Badesee bei Offenbach, das ist politisches, nacktes Fleisch in Massen, Massenmösen, Mösenmassen, Titten, Braten, Schwänze. Igitt, das will doch auch niemand sehen, ist ja wie in der Reformfabrik. Frauen, Wal, Recht. Weltfrauentag. Jetzt macht der Tom auch noch Reklame für den Medienmittwoch der IHK. Ja, hm. Luftholen im Reformstau. Eigentlich ist alles erledigt worden in den letzten 100 Jahren. Das ist auch gut so, Antialkoholismus JAJAJAJAJAJA gut Essen, aber viel Rauchen werde ich, diese verlogenen, puritanischen Calvinistenschweine, die, da drüben, mit all ihren Kriegen. Evolutionäre Zellen. Mit Bezug. Wälzen wir die Wurzeln alles Revolutionärem durch den Mund, von der Wurzel ausgehend, das Radikale an sich ist etwas, das an die Wurzel geht, auch das ist in sich eine radikale Vorstellung, an das glaubt er nicht mehr, nicht politisch, gesellschaftlich, Gott sei Dank – an Gott glaubt er also noch, oder ist das nur so eine Redensart? Marxismus, Leninismus, sind das auch nur so Redensarten, Großtheorien, Großfreunde? Am Weltfrauentag, um es mit Beuys zu sagen: Feminismus ist lustig. Der hat auch schon mit Studenten in Düsseldorf ein Institut besetzt, die Polizei umgerührt, daraus zack ne Postkarte – Demokratie ist lustig, Weltfrauentag ist auch lustig, Feminismus ist lustig. Sehr verbissen, das alles, man sollte das auch mal ernsthaft von der lustigen Seite sehen, so als spaßiges Phänomen betrachten, hier ist halt immer alles so streng getrennt, hin und her, leider – sehr Deutsch alles hier. So kommts. Pause. jetzt hat er selber den Faden verloren. Ich trinke Cola Light, kein Wasser. Ein sechs Jahre altes Seminar. Sich im Kleinen austauschen, zuhören, nachzufragen, wieder in der Kaffeehausrunde, was macht er dann jetzt im Radio? Wen fragt er, wo ist der gesellschaftlichen Zusammenhang, ein Arbeitskreis mit sich selber? Ein revolutionärer Einzeller mit einer eigenen Ein-Personen-Gesellschaft? Veränderung ist lustig. Stefan Beck ist lustig. Reform ist lustig. Du must RUHERUHERUHE Marx verändern ist lustig. Ob ich ihn durch mine Gedanken auf parapsychologischer Ebene durcheinanderbringen kann? Also verworrenes Zeug redet er schon, Hannah Ahrend und ich verdrehe jetzt auch wieder alles in eine anderen Richtung, ob das jemand mekt? Ich bin der einzige Mensch, der gerade der Sendung zuhört, und das in die Klammer: Stefan ist alleine, spricht seine Gedanken, sein Leben aus, in diese Gesellschaft und ich bin die Gesellschaft, die zuhört, also ist auch das Radio heute eine Stunde lang vergleichbar mit dem Telefon, aber noch wesentlich reduzierter, die Kommunikation findet nur in einer Richtung statt, ich WILL da nicht anrufen, das ist nicht der Sinn der Sache aber was ist der Sinn oder das Motto der Sendung? Jetz, Moment, jetzt, spechend denken und umgekehrt. Der Wunsch nach einer frischen Sendung. Keine Technik. Neu hineinzugehen, nicht besser, routinierter, sondern jungfräulich, aber das ist ja auch nur so eine Technik. Zigarette, die erste heute. Was ist die Wirklichkeit; eigentlich könnte ich jetzt schreiben, was ich wollte, da ich sowieso der einzige Zuhörer bin, würde jeder, der meinen Text liest, glauben, dass ich nur das protokolliere, was Stefan Beck denkt und spricht und sendet, wie eine Behörde, die einzig dazu da ist, mir Einflüsterungen zu gewähren, gleichförmig in meinen Kopf, in diese Gefängnis meines Denkens und der Stimmen Pause Eine sehr künstliche Sprechsituation, wo bleibt das Handeln, das Wollen, jetzt sagt er nur, was es nicht ist, was ist es denn? Das was übrig bleibt? Teppichluder Autohaus und keine Sprachperformance, sondern bewusstes Umgehen mit Sprache und dadurch mit einem Mehrwert behaftet. Das war das Seminar,das ist der Rapport, ob ich das nochmal mache, weiss ich auch nicht, nur noch auf den Senden-Knopf drücken, dann SENDE ich auch etwas.Rekursive ProgrammierungSymptom 27.01.2003Braans Alter ego